Januar 24th, 2017 | Kommentare deaktiviert für „Wer schreibt, der bleibt“

Aus der Praxis der norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Eine 24-jährige Patientin hatte sich erstmals im Januar 2010 durch einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu Möglichkeiten einer Operation an Nase und Brust beraten lassen. Im März 2010 wurden sodann eine Brustvergrößerungsoperation und eine Korrektur des Nasenrückens durchgeführt. In der dokumentierten ersten Nachsorge vom April 2010 wurde eine zufriedene Patientin festgehalten. Im Oktober 2010 fand sich der Hinweis darauf, dass seitens der Patientin die Nase als unschön empfunden wurde. Im März 2011 wurde die Unzufriedenheit der Patientin mit Nase und Brust dokumentiert. Im April 2011 schloss die ambulante Dokumentation mit dem Hinweis der Begutachtung durch die Schlichtungsstelle.

Beanstandung der ärztlichen Maßnahmen

Die Patientin führte aus, dass sich durch den operativen Eingriff bei ihr weder an Brust noch an Nase etwas geändert habe. An der Brust hätte eine Straffung durchgeführt werden müssen.

Stellungnahme des Facharztes

Dieser führte aus, dass er die Patientin sowohl an der Nase als auch an der Brust behandlungsfehlerfrei operiert habe. Zwischen der Vorstellung von Oktober 2010 und März 2011 sei die Patientin schwanger gewesen, ein Behandlungsfehler liege nicht vor.

Gutachten

Der beauftragte Gutachter, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist der Ansicht, dass der Eingriff im März 2010 fachgerecht durchgeführt worden sei. Allerdings sei die Nachbehandlung hinsichtlich der durchgeführten Frequenz durch den nachbehandlenden Arzt zu kritisieren. Eine erste Wiedervorstellung vier Wochen nach dem operativen Eingriff an Brust und Nase wird als zu lang eingestuft.

Ob die Beschwerden der Patientin wie Kantenbildung und hängende Brust auf einen ärztlichen Fehler zurückzuführen seien, könne nicht beurteilt werden. Weder seien präoperative Messwerte wie Jugulum-Mamillen-Abstand, Steglänge, Größe und Körpergewicht der Patientin zu finden, noch läge ausreichend Bildmaterial zur Beurteilung der präoperativen Situation vor. Insofern könne nicht beurteilt werden, ob die eingesetzten Implantate (runde Implantate, hochprofilig, 365 cm3 Füllvolumen) in das richtige Lager eingebracht worden seien. Abhängig von Parametern wie Gewebebeschaffenheit der Patientin und vorhandenes Brustdrüsengewebe hätte gegebenenfalls auch ein Implantatlager unterhalb des Muskels gewählt werden müssen. Auch könne nicht geklärt werden, ob eine alleinige Brustvergrößerung ausgereicht habe, die Beschwerden der Patientin zu beheben. Oftmals würden Brustvergrößerungen auch mit einer sogenannten Straffungsoperation kombiniert, um das nachoperative Erscheinungsbild zu optimieren. Ob eine solche Straffung indiziert gewesen sei, könne mangels Dokumentation nicht beurteilt werden.

Es könne zudem nicht beurteilt werden, ob das erreichte postoperative Ergebnis (vor der Schwangerschaft) für einen ärztlichen Fehler spreche. Denn dies sei nur anhand von Bildern möglich, die ebenfalls nicht vorlägen. Ein Behandlungsfehler könne nicht ausgeschlossen werden.

Bewertung der Haftungsfrage

Die Schlichtungsstelle hat sich dem Gutachten im Ergebnis angeschlossen, jedoch weitere rechtliche Ausführungen für erforderlich gehalten. Bezüglich der Brustoperation lag weder eine prä- noch postoperative Fotodokumentation vor. Es wurden ausweislich der vorhandenen Dokumentation keine präoperativen Messwerte erhoben.

Es lagen ein Dokumentations- sowie ein Befunderhebungsmangel vor. Der hier festgestellte Dokumentationsmangel führt zunächst zu Beweiserleichterungen hinsichtlich des Behandlungsfehlers, da der Patientin durch den Verstoß gegen die Dokumentationspflicht die Möglichkeit genommen wird, einen immerhin angesichts des Verlaufs auch in Betracht kommenden Behandlungsfehler nachzuweisen.

Grundsätzlich wird der Patientin bei Dokumentationsmängeln lediglich der Nachweis erleichtert, dass dem Arzt ein Behandlungsfehler unterlaufen ist. Eine über den Nachweis des Behandlungsfehlers hinausgehende Beweiserleichterung in Bezug auf den Nachweis der Ursächlichkeit kann der Patientin hingegen nur zugebilligt werden, wenn entweder in der versäumten ärztlichen Maßnahme ein grober Behandlungsfehler liegt oder wenn der Arzt bei der Behandlung gegen seine Pflicht verstoßen hat, medizinisch zweifelsfrei gebotene Befunde zu erheben und zu sichern (BGH VersR 89,80). Zu Beweiserleichterungen für den Bereich der Kausalität können Dokumentationsversäumnisse also nur in Kombination mit anderen Beweisregeln führen, also mit denjenigen aus grobem Behandlungsfehler oder Verstößen gegen Befunderhebungspflichten (Frahm/Nixdorf, Arzthaftungsrecht, 3. Auflage, Rdnr. 133).

Die verwendeten Implantate sind im Verhältnis zum Körperbau der Patientin groß. Eine Kantenbildung ist immer möglich, weswegen Implantate, bei denen sich auch in Abhängigkeit von der körperlichen Konstitution der Patientin  derartige Risiken eher realisieren, deutlich häufiger unterhalb des Muskels eingebracht werden. Eine Beurteilung, ob die Lagerwahl fachgerecht erfolgte, kann durch die Schlichtungsstelle nur anhand von präoperativen Bildern und weiteren, wie im Gutachten aufgeführt, Messwerten vorgenommen werden. Beides liegt nicht vor, hätte aber dokumentiert werden müssen. Die Beweiserleichterungen erstrecken sich somit nicht nur auf den Fehler, sondern auch auf die Ursächlichkeit.

Bezüglich der Nasenoperation gilt dies nicht. Hierzu liegen präoperative Bilder des Operateurs vor. Ausweislich des Operationsberichts war die Operation geeignet, den Nasenrücken zu begradigen und sie wurde auch fachgerecht ausgeführt. Die postoperativen Fotos, die die Patientin vorgelegt hat, sprechen ebensowenig wie die diesbezüglichen Behandlungsunterlagen für einen Behandlungsfehler.

Gesundheitsschaden

Die Beweislastumkehr bezieht sich auf folgende Primär- und typischerweise damit verbundene sekundäre Gesundheitsschäden, vorliegend auf ein unbefriedigendes Ergebnis der Brustoperation mit Kantenbildung. Bei korrektem Vorgehen wäre nach ärztlicher Erfahrung damit zu rechnen gewesen, dass mit einem Eingriff die geklagten Beschwerden der Patientin an ihrer Brust beseitigt worden wären. Dies kann nunmehr nur mit einem Korrektureingriff erfolgen.

Fazit

Eine ordnungsgemäße Dokumentation trägt dazu bei, eine subjektiv als behandlungsfehlerfrei qualifizierte Behandlung auch als solche zu objektivieren. Bilder unbefriedigender Befunde alleine sprechen noch nicht für einen Behandlungsfehler, sie können aber einen solchen illustrieren, wenn die sonstigen Unterlagen dafür sprechen. Liegen weder Befunde noch Bilder aus der präoperativen Situation vor, können entsprechende Beurteilungen gar nicht erst vorgenommen werden. In Abwandlung der alten akademischen Regel „wer schreibt, der bleibt“ kann man sagen, dass „wer schreibt, sich das Leben erheblich einfacher macht“.

Autoren:
Dr. med. Sixtus Allert
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Ärztliches Mitglied

Ass. jur. Kerstin Kols
Geschäftsführerin

Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern
Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover

Erschienen im Niedersächsischen Ärzteblatt 8/2016

 

Quelle:

http://www.norddeutsche-schlichtungsstelle.de/wer-schreibt-der-bleibt

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September 27th, 2016 | Kommentare deaktiviert für Untersuchung – Wirkstoff im Visier: Nach drei Toten durch alternative Krebs-Therapie

Der Stoff „3-Bromopyruvat“, mit dem Patienten in einem deutschen Krebs-Therapiezentrum behandelt wurden, könnte möglicherweise verunreinigt oder falsch dosiert gewesen sein

Nach dem Tod von drei Patienten eines alternativen Krebs-Therapiezentrums in Deutschland konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungs-Wirkstoff „3-Bromopyruvat“. „Es gibt die Arbeitsthese, dass mit dem Wirkstoff etwas nicht in Ordnung war“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach.

Möglicherweise sei der Stoff verunreinigt oder die Dosierung nicht richtig gewesen, sagte Stahl. Der Heilpraktiker habe den Wirkstoff aber für die Therapie verwenden dürfen.

Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit dem Präparat gegeben habe. Dazu befrage man mit Hilfe der niederländischen Polizei Angehörige. Einem Großteil der Patienten konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus schulmedizinischer Sicht nicht mehr geholfen werden.

Nach einer Behandlung in dem alternativen Krebszentrum am Niederrhein im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren Ende Juli drei von fünf Patienten gestorben. Die Patienten stammten aus den Niederlanden und aus Belgien. (APA, red, 26.8.2016)

Original-Quelle:

text.derstandard.at/2000043402331/Wirkstoff-im-VisierNach-drei-Toten-durch-alternative-Krebs-Therapie

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Januar 31st, 2016 | Kommentare deaktiviert für Diabetes – Zuckerkranke müssen bei mehr Sport ihre Therapie anpassen

Mehr Sport – ein guter Vorsatz, den wohl auch der eine oder andere Diabetiker gefasst hat. Betroffene müssen bei mehr Bewegung allerdings ihre Therapie anpassen. Diese Frage stellt sich übrigens auch für andere Situationen – zum Beispiel bei einem Klinik-Aufenthalt.

Steht Diabetikern ein Krankenhausaufenthalt bevor, planen sie diesen nach Möglichkeit gemeinsam mit ihrem Hausarzt. Einige Fragen sollten Betroffene ihrem behandelnden Arzt stellen, rät die Organisation DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Soll man während des Aufenthaltes Insulin und/oder Tabletten wie gewohnt einnehmen oder muss die Dosis angepasst werden? Soll auch am Tag des Eingriffs der Blutzucker wie üblich gemessen und das Insulin gespritzt werden? Was tun, wenn eine Unterzuckerung droht? Diese und mögliche weitere Fragen notiert man sich am besten und nimmt sie mit zu den Vorgesprächen.

Blutzucker messen: Vor, während und nach dem Training

Machen Diabetiker Sport, benötigen sie etwa zusätzliche Broteinheiten beziehungsweise weniger Insulin. Darauf weist die Organisation DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hin. Deshalb sollten sie vor, während und nach dem Training den Blutzucker messen.

Es gibt auch Sportgruppen für Diabetiker, die Neulingen Unterstützung bieten. Die Seite www.diabetes-sport.de bietet einen Überblick über die Angebote. Wer noch nie oder vor vielen Jahren das letzte Mal Sport getrieben hat, sollte sich am besten vor dem Start vom Arzt durchchecken lassen.

 

Ursprünglich veröffentlicht:

http://www.focus.de/gesundheit/diverses/gesundheit-bei-mehr-sport-muessen-diabetiker-ihre-therapie-anpassen_id_5201244.html

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Januar 20th, 2016 | Kommentare deaktiviert für Beauty in der Schwangerschaft

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Dezember 19th, 2015 | Kommentare deaktiviert für E-Health-Gesetz: Druck auf Kassen und Ärzte wird höher

Berlin – Der Gesetzgeber erhöht den Druck, möglichst schnell die Vorgaben aus dem E-Health-Gesetz umzusetzen. Wie aus den 13 Änderungsanträgen zum E-Health-Gesetz, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegen, hervorgeht, soll der elektronische Medika­tionsplan nicht als eigenständige Anwendung, „sondern als Vorstufe der Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit für den Medikationsplan erarbeitet werden.

Ähnlich wie bei den Regelungen zu den Notfalldaten, soll auch der Medikationsplan bis Ende 2017 fertig gestellt werden. Falls dies nicht vonseiten der gematik eingehalten werden kann, soll es hier Budgetkürzungen für Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung von einen Prozent auf Basis der Ausgaben von 2014 geben. Ebenso soll die gematik mit dem Gesetz verpflichtet werden, „bis Ende 2018 alle Voraus­setzungen dafür zu schaffen, dass die Daten des Patienten aus bereits vorhandenen Dokumentationen ab 2019 in der elektronischen Patientenakte bereit gestellt werden können“, heißt es in den Anträgen. Eine weitere Ergänzung ist der Auftrag, dass bis Ende 2016 geprüft werden soll, wie Patienten via Computer sowie Smartphone ihre eigenen Daten auf der Karte verwalten können.

Damit die ersten Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte für Patienten funktionieren, müssen auch Ärzte bis zum 1. Januar 2018 mit ihren elektronischen Heilberufsausweisen von ihren Landesärztekammern ausgestattet werden. Denn die neuen Anwendungen setzten eine qualifizierte elektronische Signatur voraus.

Auch wird der Druck auf Patienten, die sich bislang weigern, ein Foto für die elektro­nische Gesundheitskarte bereitzustellen, weiter gesteigert: Künftig müssen Kranken­kassen den Versicherten nur noch einmal eine Ersatzbescheinigung ausstellen. Dafür können sie fünf Euro erheben.

Hausärzte sollen den Änderungsanträgen zufolge per Gesetz einen Sitz im Beirat der gematik bekommen. In den Anträgen heißt es, dass ein „Vertreter der Hausärzte, die an der hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b teilnehmen“ künftig einen Sitz im Beirat bekommen soll. In dem Beirat sitzen bislang unter anderem sechs Ländervertreter, drei Patientenvertreter, drei Vertreter aus der Wissenschaft, sechs Vertreter der Industries sowie Vertreter der Bundesbehörden und Ministerien sowie der Ärzteschaft und der Krankenkassen.

„Damit wird der Bedeutung der hausarztzentrierten Versorgung im Zusammenhang mit der Möglichkeit zur Aufnahme innovativer Leistungen, die noch nicht Eingang in die Regelversorgung gefunden haben, Rechnung getragen“, heißt es in der Ausformu­lierung der Gesetzesbegründung. Und weiter: „Die Einbeziehung der Hausärzte ist auch deshalb sinnvoll, weil ihnen bei den ersten medizinischen Anwendungen der elektro­nischen Gesundheitskarte, dem elektronischen Medikationsplan und den Notfalldaten, eine wesentliche Rolle zukommen wird.“

Außerdem fördert das Gesetz künftig die Einführung einer „telemedizinisch gestützten Betreuung“, also einer Online-Video-Sprechstunde, in der vertragsärztlichen Versorgung. Vorbild für diese Regelung ist die konsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenbildern, die bereits im E-Health-Gesetz vorgesehen sind.  

Das Gesetz setzt auch fest, dass Video-Sprechstunden sich grundsätzlich nur auf Patienten beschränken dürfen, die dem Arzt bereits bekannt sind. Zur Abstimmung von Technik und Datensicherheit sollen die Vertragspartner „frühzeitig in Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit treten“, heißt es in den Anträgen. © bee/aerzteblatt.de

Gesehen:

www.aerzteblatt.de/

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November 24th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Mythen zur Geburtseinleitung: Was taugen Rizinusöl, Sex und heiße Bäder?

Der Bauch ist riesig und jede Bewegung fällt schwer: Wenn der Geburtstermin näher rückt, wünschen sich die meisten Schwangeren nur noch, dass es endlich losgeht. Die Anspannung wächst vor allem, wenn nach rund einer Woche Überfälligkeit die medikamentöse Geburtseinleitung in einer Klinik ansteht. „Viele Frauen versuchen sich dann an alternativen Methoden, um die Geburt in Gang zu bringen“, sagt Renate Nielsen vom Deutschen Hebammenverband. Ob Rizinusöl, Bewegung, Sex oder Darmspülung: Eindeutige Belege für die Wirksamkeit dieser Hausmittelgibt es nicht. Denn wie eine Geburt genau ins Rollen kommt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

„Man vermutet, dass das Kind selbst ein Reifesignal gibt und damit die Wehentätigkeit aktiviert“, so Nielsen. Hausmittel könnten diesem Prozess höchstens einen letzten Schubs geben, meint auch Achim Rody, Leiter der Universitäts-Frauenklinik am Campus Lübeck. Er rät Schwangeren davon ab, Experimente im Alleingang zu machen. „Besonders Rizinusöl sollte nicht ohne die Betreuung einer Hebamme oder eines Arztes eingenommen werden“, sagt Rody.

Möglichkeiten und Risiken alternativer Methoden – ein Überblick

Rizinusöl-Cocktail

Das Pflanzenöl aus den Samen des tropischen Wunderbaums ist eine der bekanntesten alternativen Einleitungsmethoden. Getrunken wird es in einer Kombination mit Mandelmus, süßem Saft und Alkohol, häufig Aprikosensaft und Sekt. Durch die abführende Wirkung auf den Darm soll auch die Gebärmutter zu Kontraktionen angeregt werden. Eine Studie der Universitäts-Frauenklinik Ulm aus dem Jahr 2009 mit 120 Frauen belegt tatsächlich eine Wirkung bei Mehrgebärenden – zumindest im direkten Vergleich mit sogenannten Prostaglandin-Gelen. Diese können den Gebärmutterhals und den Muttermund auf die Geburt vorbereiten, ein Prozess, den Mediziner und Hebammen Reifung nennen.

In einer Metastudie der renommierten Cochrane Database, in der drei Rizinusöl-Testreihen mit insgesamt 233 Frauen verglichen wurden, konnten keine Effekte auf den Geburtsverlauf nachgewiesen werden. Nachteile hingegen schon: Alle Frauen berichteten, dass sie nach der Einnahme unter Übelkeit litten. „Eine Nebenwirkung, die man bei hochschwangeren Frauen nicht provozieren sollte“, sagt Achim Rody und warnt: „Rizinusöl kann zu starken Durchfällen führen und den Körper der Frau unnötig schwächen.“ Zudem sei der in den Cocktail-Rezepten angegebene Alkohol tabu.

Treppen steigen, Fenster putzen

Bewegung, besagt der Volksmund, bringt die Wehen in Gang. „Das stimmt auch“, meint Renate Nielsen, „allerdings nur, wenn sie schon da sind.“ Auch Achim Rody ist überzeugt, dass durch Spazierengehen oder Staubsaugen der Geburtsbeginn nicht provoziert werden kann: „Allerdings kann Bewegung helfen, leichte Wehen in Gang zu halten, die im Liegen vielleicht wieder abklingen würden.“ Ein Spaziergang oder Treppensteigen helfe dem Kind dann, mit dem Kopf tiefer ins Becken zu rutschen. Starke Anstrengungen seien aber nicht ratsam: „Schwangere sollten sich in einem gemäßigten Tempo bewegen, immer so, dass sie sich dabei wohlfühlen“, sagt Rody.

Koitus und Brustwarzen-Stimulation

Auch in der männlichen Samenflüssigkeit stecken Prostaglandine, die Ärzte mitunter zur Reifung des Muttermundes verordnen. „Im Sperma sind diese Hormone allerdings in so geringer Menge vorhanden, dass eine einleitende Wirkung nicht zu erwarten ist“, sagt Rody. In Kombination mit dem Bindungshormon Oxytocin, das der Körper beim Sex ausschüttet, und den Kontraktionen der Gebärmutter durch den weiblichen Orgasmus könne jedoch der letzte Anstoß für den Start der Geburt gegeben werden. „Es ist dann aber immer eine Frage des richtigen Zeitpunkts und reiner Zufall, ob man diesen erwischt“, so der Gynäkologe.

Dass eine Brustwarzen-Stimulation die Geburt allerdings in Gang bringen kann, darauf deutet eine Metastudie aus dem Jahr 2005 hin. Die Auswertung von sechs Studien mit 719 Patientinnen hat gezeigt, dass Frauen mit reifem Gebärmutterhals innerhalb von 72 Stunden nach dieser Mini-Massage häufiger Wehen bekommen als Schwangere, die ihre Brustwarzen nicht stimulieren. Bei Frauen mit unreifem Gebärmutterhals passierte hingegen nichts.

Darmspülung

Mit Abführmitteln oder Einläufen soll der Darm und damit auch die Gebärmutter in Bewegung gebracht werden. „Meiner Erfahrung nach funktioniert das nicht“, sagt Nielsen, vielmehr sei das Gegenteil der Fall: „Die Durchfälle können einen Mineralstoffmangel bei der Schwangeren verursachen und ihren Kreislauf schwächen.“ Mit diesen Risiken belaste man die bevorstehende Geburt. „Diese Methoden sind überhaupt nicht empfehlenswert“, urteilt die Hebamme.

Heiß baden

„Ein heißes Bad in der Wanne tut gut, bringt aber die Geburt nicht ins Rollen“, sagt Nielsen. Vor dem Geburtsbeginn sei ein Wannenbad höchstens sinnvoll, um Übungswehen von richtigen Wehen zu unterscheiden. „Übungswehen hören in der Badewanne wieder auf“, sagt die Expertin. Rody warnt zudem vor zu hohen Temperaturen: „Auch wenn die Schwangere die Temperatur angenehm findet, das Kind im Bauch kann dabei überhitzen!“

Alkohol trinken

Einen kleinen Sekt für den Kreislauf oder zur Entspannung? „Auf keinen Fall“, sagt Rody. „Alkohol ist für schwangere Frauen aufgrund der Risiken für das Baby tabu.“ Zudem hemmt Alkohol die Ausschüttung von Oxytocin und wurde früher sogar als Wehenhemmer eingesetzt.

Kleine Helfer

Im Internet und in Ratgebern gibt es unzählige weitere Tipps, die Geburt in Gang zu bringen. Von Eisenkrauttee bis Nelkenöl-Tampons: „Diese Mittel beruhen nur auf Erfahrungswissen“, sagt Nielsen. „Manche Hebammen schwören darauf, andere wiederum halten gar nichts davon.“ Da wissenschaftliche Belege fehlen, seien Erfolgsmeldungen in der Regel auf Einzelfälle zurückzuführen, sagt Rody: „Und da hat der Zufall seine Hand im Spiel.“

 

Zuerst erschienen auf:

http://www.spiegel.de/gesundheit/

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November 9th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Die Entzündung von Zahnwurzeln

Wer hatte bisher noch nicht das Gefühl von einem pochenden und dumpfen Schmerz ganz unten am Kiefer. Gerade beim Aufbeißen kann es sehr schmerzen, oder auch ohne, dass irgendetwas getan wird. Wenn Sie diese Symptome besitzen, kann es sein, dass Sie unter einer Entzündung der Zahnwurzel leiden.

 

Ist eine Wurzelbehandlung wirklich notwendig?

In diesem Fall müssten Sie sich die Frage einer Wurzelbehandlung stellen. In der Zahnmedizin hat das erhalten der eigenen Zähne die oberste Priorität, was durchaus für eine Wurzelbehandlung spricht, da hier der Zahn eventuell gerettet werden kann. Dies ist jedoch nicht immer möglich und dann sollte kann das Zahnimplantat eine optimale Lösung sein. Eine Wurzelbehandlung soll dafür sorgen, dass der abgestorbene Zahn erhalten wird. Zu einer Wurzelbehandlung ist meistens dann zu raten, wenn der Zahnnerv von einer Entzündung befallen ist und somit nicht mehr funktionsfähig und evtl. sogar abgestorben ist. Durch eine Wurzelbehandlung versucht man die Entzündung zu heilen und eine weitere Entzündung vorzubeugen. Diese Behandlung erfordert mehrere Behandlungen und ist über einen längeren Zeitraum hinweg notwendig.

 

Die Folgen einer Wurzelbehandlung

Oft werden nach einer Wurzelbehandlung langsam brüchig. Das Zahnmaterial erleidet auch den Kariesbefall und die Wurzelbehandlung einen deutlichen Verlust, wodurch die Zähne weniger belastbar sind. Eine Behandlung kann jedoch auch von Anfang an ausgeschlossen sein. Es kann sein, dass aufgrund der Anatomie die Wurzelkanäle sehr schwer zu erreichen sind und daher kaum zu behandeln sind.

 

Zahnimplantate als gute Alternative

Eine gute Alternative können Zahnimplantate sein, da die Entfernung des Zahns teilweise eine bessere Lösung für den Patienten darstellt.  Implantate können zahlreiche Vorteile bieten. Probleme, die mit der erkrankten Wurzel einhergehen können nicht mehr auftreten. Die Behandlungsdauer ist kürzer und auch schmerzfreier. Es ist zudem ausgeschlossen, dass es zu langfristigen Risiken aufgrund der bakteriellen Toxin kommt. Außerdem sind Zahnimplantate sehr belastbar und können ein Leben lang halten, wenn man sie gut pflegt.

 

Unterschiede zum normalen Zahn

Es ist kaum ein Unterschied zum normalen Zahn zu merken, da die Kaufunktion diesem sehr gleicht. Auch werden bei Implantaten die nachbarzähen nicht beschliffen. Bei Implantatlösungen ist meistens keine ästetische Korrektur notwendig, da diese nicht wie der eigene Zahn nach einer Wurzelbehandlung ergrauen. Zwar können Zahnimplantate die optimale Lösung sein, Sie sollten dies jedoch von einem Spezialisten abklären lassen. Zahnärztliche Implantologie ist eine etablierte und sichere Behandlungsmethode, die die Kaufunktion vollständig wiederherstellt und auch ästhetische Vorteile mit sich bringt. Man sollte jedoch sorgfältig prüfen, ob man den Zahn nicht noch erhalten kann.

 

Weitere Informationen zur Zahnimplantate finden Sie hier: www.kzbv.de/was-sind-zahnimplantate.121.de.html

Weitere Informationen zur Zahnbehandlung in Ungarn finden Sie hier: zahnarzt-in-ungarn.ch

Posted in Gesundes Leben
Oktober 25th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Gültig für das ganze Leben – Zehn Gründe, warum Yoga jedem Menschen gut tut

Ob seelischer Stress, körperliche Verspannung oder Fitness: Yoga scheint die Lösung vieler Probleme zu sein. FOCUS-Online-Experte Timo Wahl erklärt, auf welche Weise die Übungen wirken und wie jeder aus der indischen Lehre sowohl physisch als auch psychisch schöpfen kann.

Ihre Schultern sind verspannt? Sie haben keine Lust auf Power-Sport? Im Kopf schwirren die Gedanken umher? Versuchen Sie es mal mit Yoga. Timo Wahl verrät noch zehn Gründe, warum Ihnen die Übungen gut tun:

1. Loslassen lernen

Den Deutschen eilt der Ruf voraus, ein Volk der Denker zu sein. Nachteil der weit verbreiteten Kopflastigkeit ist, dass man zu wenig in Kontakt mit seinem Körper kommt. Yoga bietet die Möglichkeit, sich genau dieser vernachlässigten Seite zu widmen. Anzunehmen, dass nicht nur die Ratio zählt, ist ein erster Schritt zu einem besseren Umgang mit sich selbst und erleichtert das Loslassen.

2. Gemeinschaftsgefühl und Fehlerkorrektur

Yoga-Einsteigerlernen die wichtigsten Techniken und Übungen fast immer in Kursen kennen. Und auch Fortgeschrittene perfektionieren ihre Praxis gerne in Gruppen. Positiver Nebeneffekt ist, dass man sich in einer Community von Gleichgesinnten gut aufgehoben und getragen fühlt.

Überdies kann ein guter Lehrer Fehler oder Gewohnheiten korrigieren, sodass jeder immer wieder bewusst seine eingefahrenen Pfade verlässt.

3. Training unabhängig von Zeit und Ort

Zu Hause, im Park, auf Reisen – wer die Yoga-Basics beherrscht, kann sie überall und eigenständig ohne großen Aufwand in die Praxis umsetzen. Und das zu jeder Tageszeit: Am Morgen hilft Yoga mit bestimmten Übungen, gut vorbereitet, und vitaler in den Tag zu gehen. Abends erleichtert es mit anderen das Runterkommen sowie Abschalten und sorgt erwiesenermaßen für eine bessere Schlafqualität.

4. Krisen früh erkennen

Schule, Studium, Beruf – die meisten Menschen investieren ebenso viel Zeit wie Energie in Ausbildung und Karriere. Wer verstärkt im Außen agiert, hinterfragt seinen Weg oft erst mit Mitte, Ende 30 – für viele eine Zeit der Krise. Denn nicht immer passen Anspruch und Ist-Zustand zusammen. Da Yoga die Achtsamkeit, also genaues Hinschauen schult, macht man sich persönliche Entwicklungen bewusster und kann frühzeitig reagieren, wenn sie in die falsche Richtung laufen.

5. Mobilität, Stärkung des Immunsystems und Regeneration

Yoga ist gesundheitsfördernd. Denn es macht mobiler, stärkt das Immunsystem, kann bei der Regeneration und Heilung vieler Krankheiten unterstützen. Indem man sich gezielt auf seinen Körper einlässt, können positive Prozesse in Gang gesetzt werden. Darüber hinaus tut Yoga auch der Seele gut, weil man etwas Sinnvolles für sich tut und lernt, gut beziehungsweise besser auf sich zu achten.

6. Bewusstsein – auch über die Ernährung

Die positiven Effekte von Yoga sind nicht auf die Matte beschränkt, sondern bringen oft eine Ausweitung auf andere Bereiche mit sich. Wer regelmäßig praktiziert, macht sich aufgrund der gesteigerten Achtsamkeit mehr Gedanken über seine Lebensweise – angefangen von der Notwendigkeit des regelmäßigen Innehaltens bis hin zur Ernährung, die oft in Richtung vegetarisch oder sogar   vegan geht.

7. Yoga ist ideal für Alt und Jung

Egal ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Senior – Yoga ist für jeden Menschen und Lebensabschnitt geeignet. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich den richtigen Kurs auf einem geeigneten Niveau aussucht. Nichts ist kontraproduktiver als das Gefühl der Überforderung. Grundsätzlich sollte man sich aber vom Vergleichen mit anderen frei machen. Wichtig ist es stattdessen, sich und die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind.

8. Schnupperkurse nutzen

Immer mehr Hotels bieten Yoga-Kurse an. Sie sind eine gute Gelegenheit, um in entspannter Urlaubs-Atmosphäre in dieses Thema hinein zu schnuppern. Zu große Erwartungen sollten Sie – abgesehen von längeren Workshops – jedoch nicht haben. Ebenso unterschiedlich wie die Teilnehmer sind Vorkenntnisse und Fertigkeiten, so dass jeder mitkommen können muss und das Level entsprechend wenig weit fortgeschritten sein kann.

9. Yoga in den Alltag integrieren

Die Matte als Oase: Diese Vorstellung mag viele Menschen beflügeln. Dennoch sollten Sie Yoga nicht als Kontrastprogramm fern vom Alltag verstehen, sondern Yoga möglichst in ihn integrieren. Auf der Matte als Mikrokosmos lässt sich vieles lernen und erfahren, das Sie auf Ihr gesamtes Leben übertragen können.

10. Selbsterkenntnis erlernen

Immer mehr Menschen stellen sich die Frage nach einer Aufgabe, nach Wachstum, Entwicklung und Sinnhaftigkeit in einem altruistischen Sinn. Dafür ist Yoga sicherlich die ideale Basis um sich selbst zu erkennen und somit dieser Frage ein fundiertes Fundament zu geben.

 

 

Original-Artikel:

 

www.focus.de/gesundheit/experten/timo_wahl

Timo Wahl ist studierter Sportwissenschaftler. Seit 1998 hat er zahlreiche Workshops und Weiterbildungen bei international bekannten Lehrern in den Bereichen Hatha-, Vinyasa- und Asthanga-Vinysa-Yoga absolviert. 2003 war er Mitbegründer des Balance Yoga-Studios in Frankfurt und begann dort 2004, auch auszubilden.

Derzeit bietet der zertifizierte Yogalehrer Teacher Trainings, Kurse und drei bis vier Retreats pro Jahr an. Timo Wahl begleitet achtsam und mit Freude seine Schüler auf Ihrem persönlichen Weg. Wichtige Elemente seines persönlichen „Systems“ ist zum einen der körperliche Aspekt mit einer Kombination aus fließenden Bewegungsabläufen und kraftvollen Haltepositionen, zum anderen die spirituelle Seite mit starken buddhistischen Bezügen rund um das Schlüsselwort Achtsamkeit. Ein weiteres Steckenpferd von ihm ist die Körpermeditation. www.earthyoga.de

 

 

Posted in Wellness
September 28th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Kunsthaar Extensions: Besser als ihr Ruf

Haben wir uns im vorherigen Artikel mit dem Vorteilen von Naturhaarextensions beschäftigt, wollen wir uns nun einmal mit der Alternative beschäftigen: Den Kunsthaaren, beispielsweise von diversen Onlineshops oder direkt beim Friseur Ihrer Wahl. Nun werden Kunsthaaren ja seit vielen Jahren ausgesprochen schlechte Eigenschaften zugesprochen, von katastrophaler Haltbarkeit, absolut unnatürlichem Aussehen und ähnlichem wird berichtet.

Dabei wird aber vollkommen vergessen, wieviele Vorteile die neuen Materialien und Produkte der Kunsthaarindustrie bieten. Einige von diesen möchten wir hier aufzählen, denn vor allem für Anfänger kann es eine sehr gute Idee sein, zuallererst einmal mit günstigen und modernen Kunsthaaren auszutesten, ob Extensions ihnen überhaupt stehen, oder ob ein anderer Style ganz einfach besser passt.

Hier sind wir auch schon beim ersten Vorteil. Haben Sie schon einmal nachgeschaut, zu welchem Preis Echthaarextensions gehandelt werden? Kein Wunder: Schließlich sind es hier echte Menschen wie Sie und ich, die sich erst lange, schöne, gut gepflegte Haare wachsen lassen, um sie dann abschneiden und teuer verkaufen zu lassen. Solcher Aufwand hat seinen Preis: Ein kurzes „Experiment“ kann hier sehr schnell zu hohen Ausgaben führen, die so manch ein preisbewusster Mensch doch lieber vermeidet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Aussehen. Vor allem ältere Produkte sehen teilweise recht unecht, künstlich, einfach unangenehm aus, und dieser schlechte Ruf hat sich bis heute in das Kollektivbewusstsein eingepflanzt. Wer möchte schon aussehen wie ein Jeck an Karneval, der sich für 10 Euro eine Perücke gekauft hat und damit jetzt angetrunken in der Gegend herumtorkelt?

Die Industrie hat sich hier aber deutlich weiterentwickelt. Waren bis vor wenigen Jahren Kunsthaare in ihren schlechten Eigenschaften praktisch gleich, ist dies nun nicht mehr zwingend so: Vor allem Markenhersteller liefern inzwischen Extensions, die beinahe so echt aussehen wie Naturhaar. Und das ist noch nicht alles: So manch ein Feature lässt sich mit Chemie und einem gewissen Forschungsbudget umsetzen, dass Echthaar völlig in den Schatten stellt. Klicken Sie hier, um eine Webseite zu diesem Thema zu besuchen

Haben Sie z.B. gewusst, dass es inzwischen Haarsträhnen gibt, die mit einem sogenannten „Memory-Effekt“ aufwarten? Das bedeutet nichts anderes, als dass sich das Haar die Form und Struktur der Frisur merkt, die Sie in viel mühevoller Kleinarbeit vor dem Badezimmerspiegel zusammengebastelt haben. Eine Dauerwelle bleibt eine Dauerwelle, auch nach dem Waschen. Versuchen Sie dass einmal mit echten Haaren, der Ärger ist am nächsten Tag groß, wenn das Kunstwerk der letzten Nacht wieder einmal einer simplen Dusche zum Opfer gefallen ist…

Die Nachteile: Weniger Flexibilität, kürzere Lebensdauer

Leider gibt es auch einige Gerüchte, die auch heutzutage noch zutreffen. Diese betreffen vor allem die Lebensdauer und einige Beschränkungen, die leider nicht zu umgehen sind. So sind Kunsthaare normalerweise entweder in gelockt oder normal erhältlich, und ein spontaner Einfall kann so leicht dadurch ausgebremst werden, dass das Kunsthaar einfach nicht für die entsprechende Frisur geeignet ist – Frust hoch drei. Und auch die Haltbarkeit, wenngleich doch deutlich höher als noch in der „guten alten Zeit“, ist doch deutlich geringer als bei Echthaarextensions.

Ein weiterer Nachteil: Da die meisten Shampoo-Sorten aus dem Supermarkt für Echthaar konzipiert sind, kann das Kunsthaar durch den Einsatz eines falschen Mittelchens sehr leicht Schaden nehmen. Dann hilft nur die Schere, was schnell zu Dramen führen kann, vor allem, wenn man kurz vor dem Discobesuch merkt, dass es nun Essig ist mit dem schönen Abend.

Sie sehen also: Es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile. Wofür Sie sich entscheiden, liegt letztendlich ganz bei Ihnen.

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September 26th, 2015 | Kommentare deaktiviert für 6 Wege, um bewusster in den Tag zu starten

1. Finger weg vom Handy

Zugegeben – wenn der Wecker des Handys klingelt, ist es verführerisch, unseren treusten Begleiter gleich in der Hand zu behalten. Vielleicht sind ja über Nacht neue Nachrichten gekommen. Außerdem könnte man schauen, was sich in der Welt getan hat. Aber genau diese Dinge lenken uns von uns selbst ab. Für den Körper und den Geist ist es entspannender, die Zeit nach dem Aufwachen für sich zu reservieren. Durch Nachrichten oder Postings auf Social-Media-Kanälen kommen nur Anforderungen von außen auf uns zu. Oder sie versetzen uns in Unsicherheit. Also, weg damit. Lasst das Smartphone abends in einem anderen Raum und lasst euch ganz altmodisch von einem Wecker wecken.

2. Meditieren

Nur drei Minuten Meditation können den Körper für Stunden beruhigen. Dafür muss man noch nicht mal aufstehen. Es genügt, im Bett liegenzubleiben, sich auf Rücken zu drehen und die Augen wieder zu schließen. Atmet dann bewusst durch die Nase ein und verfolgt die Luft bis tief in den Bauch. Wie fühlt sich die Stelle an, durch die der Atem in euch eindringt? Wie strömt er wieder hinaus? Wenige Minuten achtsame Meditation können entspannender als ein Wochenend-Trip sein. Wer keine drei Minuten Zeit hat, nimmt einfach drei tiefe Atemzüge – der erste intensive Moment des Tages, den ihr euch selbst gönnt. Hier gibt es Anleitungen, wie man die richtige Meditation für sich findet.

3. An was Schönes denken

Gibt es was, auf das ihr euch an diesem Tag freut? Eure Lieblingskollegin, die aus dem Urlaub zurückkommt? Das nette Essen, das am Abend geplant ist? Die neue Staffel eurer Lieblingsserie, die ihr beginnen wollt? Wir neigen dazu, uns auf die negativen Dinge des Lebens zu fokussieren. Macht es doch einmal anders herum und freut euch auf die schönen. Dadurch nehmen wir sie bewusster wahr.

4. Den Körper spüren

Bei vielen Menschen läuft der Geist den ganzen Tag auf Hochtouren. Deshalb tut es morgens gut, den Körper zu spüren. Joggen im Park, Pilates im Wohnzimmer oder Frühschwimmen – nicht jeder hat die Zeit, morgens Sport zu treiben. Aber es ist eine Möglichkeit, um zu begreifen, dass wir mehr sind als der Kopf. Wer morgens schnell sein muss, weil beispielsweise die Kinder schon an der Bettkante warten, sollte sich zumindest kurz strecken. Selbst kleine Bewegungen machen einen Unterschied.

5. Aus Träumen lernen

Träume sind wie Therapie, sagt der Wissenschaftsautor Stefan Klein. Sie helfen uns, mit Problemen fertig zu werden und den Alltag zu sortieren. Selbst, wenn wir Alpträume haben, steckt darin eine Botschaft, die uns klar macht, wie wir schwierige Situationen bearbeiten können. Während wir träumen, haben wir jede Vernunft ausgeschaltet und setzen uns allein mit unseren Gefühlen auseinander. Das Gute ist, dass man lernen kann, sich an Träume zu erinnern. Legt euch ein Traumtagebuch neben euer Bett und schreibt jeden Morgen eure Träume auf. Je länger ihr das macht, desto leichter fällt es euch, Träume zu behalten.

6. Dankbar sein

Wer morgens erholt aufwacht und gesund ist, kann auch mal „Danke“ sagen. Dass das nicht selbstverständlich ist, merken wir spätestens, wenn wir krank sind. Zu schätzen, was man hat, ist die beste Voraussetzung, um den Tag zu genießen.

Zuerst erschienen auf:

http://releasex.bfriends.brigitte.de/

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Mai 14th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Bluthochdruck wird oft zu spät erkannt

Stuttgart (ots) – Magazin Reader’s Digest informiert über das Gesundheitsrisiko Bluthochdruck und gibt Tipps zur Vorbeugung

Jeder dritte Europäer über 18 Jahren hat einen hohen Blutdruck. Viele Betroffene wissen aber nicht, dass sie unter Hypertonie, so der Fachbegriff für Bluthochdruck, leiden. Das Magazin Reader’s Digest widmet sich in seiner Mai-Ausgabe ausführlich dem Thema und gibt Tipps, wie man vorbeugen kann und welche Behandlung hilft. „Hypertonie gilt als Hauptursache für viele Krankheiten und endet oft tödlich. Sie verursacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen und Schlaganfälle. Es gibt sogar Hinweise, dass Bluthochdruck zu Demenz führen kann“, sagt Rhian Touyz, renommierte Expertin für Hypertonie und Präsidentin der Internationalen Bluthochdruck-Gesellschaft, im Magazin Reader’s Digest. Als Risikofaktoren für eine Erkrankung gelten Übergewicht, mangelnde Bewegung, hoher Alkohol- bzw. Salzkonsum, Stress und familiäre Vorbelastung.

Wer unter erhöhtem Blutdruck leidet, sollte seinen Lebensstil grundlegend ändern. Dazu gehört unter anderem, mehr Obst und Gemüse zu essen und regelmäßig Sport zu treiben. Zugleich ist es ratsam, dass sich der Betroffene ein Blutdruckmessgerät kauft, um selbstständig daheim den Blutdruck kontrollieren zu können. Hat der Arzt erst einmal Bluthochdruck diagnostiziert, sollte der Patient die verordnete Medizin regelmäßig einnehmen. Nach Aussagen von Professor Thomas Kahan, Chef der Kardiologie am Danderyd-Universitäts-Hospital in Stockholm, hören jedoch 35 Prozent der Patienten innerhalb von zwei Jahren mit der Einnahme der Medikamente auf. „Es ist notwendig, dass Ärzte ihre Patienten von den Vorteilen einer langfristigen Behandlung überzeugen“, sagt deshalb der belgische Hypertonie-Experte Professor Robert Fagard.

Aus Sicht der Mediziner gilt als optimaler Blutdruck ein Wert von 120/80 mmHg oder darunter, ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Grundsätzlich wird dazu geraten, den Blutdruck regelmäßig, mindestens aber alle zwei Jahre zu kontrollieren. Bei rund 20 Prozent aller Menschen sind die Werte beim Arzt erhöht, zu Hause aber normal. Die Fachleute sprechen dann von „Weißkittel-Hypertonie“. Bei etwa 10 Prozent der Menschen ist es genau umgekehrt. Dabei handelt es sich um die sogenannte maskierte Hypertonie, die jahrelang unentdeckt bleiben kann. Professor Robert Fagard warnt deshalb: „Hypertonie tötet leise.“

 

Zur Anbieter-Website:

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Mai 8th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Welt-Meningitis-Tag am 24. April / Meningokokken-Erkrankungen: Vorbeugen kann Leben retten (FOTO)

München/Holzkirchen (ots) – Wie lebensgefährliche Meningokokken-Erkrankungen verlaufen und wie man vorbeugen kann, darüber informieren Patientenorganisationen jährlich weltweit am 24. April, dem Welt-Meningitis-Tag. Zur Vorbeugung gibt es mittlerweile Impfstoffe gegen alle in Deutschland auftretenden Meningokokken-Typen. Bisher werden hierzulande viele Kinder nur gegen Meningokokken C geimpft. Großbritannien – schon bei MenC weltweit in der Vorreiterrolle – führt in Kürze sogar eine flächendeckende Impfung von Babys gegen Meningokokken B ein.

Auch deutsche Fachgremien wie die Sächsische Impfkommission (SIKO) und die Impfkommission der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendheilkunde (DAKJ) raten bereits zu einer Impfung gegen Meningokokken B. „Kinderärzte und Eltern wünschen sich auch für Deutschland eine STIKO-Empfehlung,“ weiß Andrea Vogt-Bolm von der Patientenorganisation Ampu-Kids, Hamburg. Sie begegnet täglich Kindern, die nach einer Meningokokken-Erkrankung mit Amputationen leben müssen. „Wir möchten, dass sich viele Menschen der Gefahren einer Meningokokken-Infektion bewusst werden. Sie können innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen oder dauerhafte Gesundheitsschäden nach sich ziehen,“ betont Andrea Vogt-Bolm.

2015 bereits einige Todesfälle in Deutschland

In Deutschland gibt es im Durchschnitt jedes Jahr ca. 430 Meningokokken-Fälle(1), etwa zehn Prozent der Patienten, die meisten im Säuglingsalter, sterben.(2) Rund einer von fünf Überlebenden leidet dauerhaft unter schweren Folgeschäden, wie Taubheit, Krampfanfällen oder dem Verlust von Gliedmaßen.(3) Im Jahr 2015 verzeichnet das Robert-Koch-Institut bislang 132 Fälle (Stand: 22. April 2015)(4), einige davon mit tödlichem Ausgang. So starben im Februar ein 15-jähriger Junge am Bodensee, ein 2-Jähriger in Bad Segeberg und ein 23 Monate altes Kind in Berlin.

Bei Meningokokken-Verdacht sofort zum Arzt

Meningokokken-Erkrankungen sind bakterielle Infektionen, die eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen können. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.(5) Trotz ihrer Seltenheit ist die Erkrankung sehr gefürchtet, da sie ohne Vorwarnung gesunde Personen treffen kann(6) und potenziell lebensbedrohlich ist. Betroffen sind meist Säuglinge und Kleinkinder.(2,7) Impfen ist die einzige effiziente Prophylaxe gegen diese bedrohliche Krankheit, die eine der schwersten Infektionskrankheiten überhaupt ist.

Eine von Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung zeigt sich zunächst oft mit grippeähnlichen Symptomen und ist deshalb auch für Ärzte anfangs schwer zu erkennen. Hohes Fieber, ein steifer Nacken und punktförmige Hauteinblutungen sind Alarmzeichen: jetzt ist umgehend ärztliche Behandlung nötig – jede Minute zählt.

Fünf Hauptgruppen von Meningokokken (A, B, C, W135 und Y) verursachen fast alle Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind Meningokokken-B-Bakterien die Hauptursache von Meningokokken-Erkrankungen bei Säuglingen und für 85 Prozent aller Meningokokken-Erkrankungen in dieser Altersgruppe verantwortlich. In der Gesamtbevölkerung verursachen sie fast 70 Prozent der Meningokokken-Erkrankungen.(8) Die restlichen Erkrankungen werden hauptsächlich durch Meningokokken der Serogruppe C ausgelöst, für die es bereits seit 2006 eine Standard-Impfempfehlung der STIKO gibt.

Impfen ist der effektivste Schutz

Seit Ende 2013 ist auch eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB) möglich. Schon mehr als 100.000 Dosen des Impfstoffes wurden im Jahr 2014 in Deutschland verimpft. Deutschland war dabei weltweit sogar das erste Land, in dem der Impfstoff nach Markteinführung verabreicht wurde. Während zwischenzeitlich in fast allen EU-Mitgliedsländern eine MenB-Impfung durch die Gesundheitsbehörden aktiv empfohlen wird, steht in Deutschland eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) noch aus.

Derzeit erstatten allerdings schon mehr als 70 Krankenkassen freiwillig die Kosten, jedoch nicht alle. Abhängig von Wohnort und Kassenzugehörigkeit hängt es somit auch vom Zufall ab, welche Eltern ihre Kinder gegen Meningokokken B impfen lassen können – ohne privat zu zahlen.

Meningokokken-Erkrankungen auf einen Blick

 - Meningokokken können eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute auslösen, die Gehirn und Rückenmark umgeben.(5) - Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.(5) - Anfänglich unspezifische, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen führen häufig zu einer falschen oder späten Diagnose.(9) - Typische Symptome wie Nackensteifigkeit und ein Hautausschlag mit punktartigen Einblutungen treten erst relativ spät auf. - Die Erkrankung kann innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome zum Tod führen.(5) - Einer von zehn Erkrankten stirbt trotz intensivmedizinischer Behandlung.(5) - Zwei von zehn Überlebenden tragen lebenslange Folgeschäden wie Krampfleiden, geistige Behinderung, Taubheit oder amputierte Gliedmaßen davon.(10) - Eine Impfung ist der effektivste Schutz vor einer Meningokokken-Erkrankung. 

Welt-Meningitis-Tag für mehr Aufklärung

Der Welt-Meningitis-Tag wird in vielen Ländern zur Aufklärung über die heimtückischen Meningokokken-Infektionen genutzt. Er wurde 2009 vom weltweiten Dachverband der Meningitis-Patientenselbsthilfegruppen CoMO (Confederation of Meningitis Organisations, www.comoonline.org) ins Leben gerufen. Der Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline (zuvor Novartis Vaccines) unterstützt die Aktivitäten der CoMO zum Welt-Meningitis-Tag.

Über Novartis Vaccines

Novartis Vaccines Deutschland besteht aus dem Produktionsstandort Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH in Marburg und der Novartis Vaccines Vertriebs GmbH in Holzkirchen.Der Produktionsbetrieb hat eine mehr als 100-jährige Tradition, die auf den Firmengründer Emil von Behring zurückgeht. Das Produktportfolio in Deutschland umfasst Impfstoffe gegen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME – durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung), Tollwut, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Meningokokken B und C sowie Meningokokken A,C,W,Y, Japanische Encephalitis, Cholera, Hepatitis A und Typhus. Novartis Vaccines Deutschland steht für eine enge und lebendige Verbindung von Tradition und Zukunft: Die Tradition gründet sich auf den Firmengründer Emil von Behring, den ersten Träger des Medizin-Nobelpreises (1901). Seit März 2015 gehört Novartis Vaccines Deutschland zur GlaxoSmithKline-Gruppe, führt aber bis auf Weiteres sein Geschäft unter dem bekannten Namen fort.

Über Ampu-Kids

Als gemeinnütziger Verein für von Amputation bedrohte und amputationsbetroffene Menschen begleitet Ampu-Kids Rehaprozesse, berät und unterstützt auf dem Weg in ein Leben, das nach einer Amputation komplett neu eingerichtet werden muss. Das Angebot reicht von psycho-sozialer Betreuung (auch bei bevorstehender Amputation) über Wohnraumanpassung, Beratung und Einbindung Angehöriger und des sozialen Umfelds, Unterstützung bei Anträgen bis zu Mobilitäts- und Erfahrungsgruppen sowie Kursen und Seminaren. Ampu-Kids ist ein Projekt von Ampu-Vita e.V., gemeinnütziges Institut für Amputations-Vorsorge und Integration in Hamburg.

Referenzen

 (1) Robert Koch-Institut. Surv-Stat-Abfrage der Jahre 2005-2014, insgesamt gemeldete Fälle 4.306. https://survstat.rki.de. Letzter Zugriff: 22. April 2015. (2) Centers for Disease Control and Prevention. Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases (The Pink Book: Course Textbook). 12. Edition, 2. Druck. Update Mai 2012. Online publiziert unter: http://www.cdc.gov/vaccines/pubs/pinkbook/index.html. Letzter Zugriff: 22. April 2015. (3) Rosenstein NE et al. Meningococcal disease. N Engl J Med 2001;344:1378-88. (4) Robert Koch-Institut. Surv-Stat-Abfrage zu invasiven Meningokokken-Erkrankungen, Meldungen aus dem Jahr 2015. https://survstat.rki.de. Letzter Zugriff: 22. April 2015. (5) World Health Organization. Meningococcal meningitis. Factsheet N°141, updated February 2015. Abrufbar unter: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs141/en/. Letzter Zugriff: 22. April 2015. (6) Thompson MJ, et al. Clinical recognition of meningococcal disease in children and adolescents. Lancet 2006;367:397-403. (7) Donnelly J et al. Qualitative and quantitative assessment of meningococcal antigens to evaluate the potential strain coverage of protein-based vaccines. Proc Natl Acad Sci USA 2010;107:19490-5. (8) Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2012;39:364. (9) Mayo Foundation for Medical Education and Research. Meningitis. April 2011. Online publiziert unter: www.mayoclinic.com/health/meningitis/DS00118/DSECTION=symptoms. Letzter Zugriff: 22. April 2015. (10) Immunization Action Coalition. Meningitis: Questions & Answers. Online publiziert unter: http://www.immunize.org/catg.d/p4210.pdf. 

 

Übernommen aus:

http://www.presseportal.de/pm/79708/3003897/welt-meningitis-tag-am-24-april-meningokokken-erkrankungen-vorbeugen-kann-leben-retten-foto/

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Mai 4th, 2015 | Kommentare deaktiviert für RKI meldet : Grippewelle klingt ab

BERLIN. Die Grippesaison in Deutschland klingt ab. In der zweiten Aprilwoche seien noch 756 bestätigte Neuerkrankungen erfasst worden, sagte die Influenzaexpertin des Robert Koch-Instituts (RKI), Dr. Silke Buda, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Höhepunkt der Erkrankungswelle Ende Februar waren es zeitweise mehr als 10.000 pro Woche.

Ein endgültiges Fazit sei noch nicht möglich, sicherlich sei es aber „keine leichte Grippewelle“ gewesen, sagte Buda.

Das RKI geht davon aus, dass bei Weitem nicht jeder Grippefall registriert ist. „Gerade jetzt im Frühling denken viele Betroffene nicht mehr an Grippe und gehen nicht zum Arzt“, sagte Buda.

Zudem werde nur ein sehr geringer Anteil der Patienten überhaupt getestet.

Insgesamt wurden laut Influenza-Wochenbericht des RKI seit Beginn der Welle Ende 2014 mehr als 67.400 bestätigte Influenza-Fälle erfasst.

227 Menschen mit einer Influenza-Infektion starben. In etwa 16 Prozent der Fälle mussten Patienten ins Krankenhaus.

Da ein wandlungsfreudiges Grippevirus eine Komponente der Grippeschutzimpfung außer Kraft gesetzt hatte, waren Geimpfte in diesem Jahr weniger gut gewappnet als in anderen Jahren.

Nur noch in wenigen Regionen im Nordosten Deutschlands sind Atemwegserkrankungen aktuell verbreitet: Dort zeigt die Übersichtskarte des RKI vor allem grüne Flächen und damit eine moderat erhöhte Aktivität.

Nur noch wenige gelbe und orangene Flecken, etwa im Norden Brandenburgs und im Süden Mecklenburg-Vorpommerns zeigen eine deutlich erhöhte Aktivität an.

In vielen anderen Teilen strahlt es blau, die Zahlen sind dort auf Normalniveau. (dpa)

 

Erstmals erschienen auf:

www.aerztezeitung.de

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April 30th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Innovationen aus der Medizin: Lesen im Atem

Hauche mich an, und ich sage dir, wie es deiner Leber geht. So lautet das Versprechen eines neuen Tests des kleinen Berliner Medizintechnik-Unternehmens Humedics. Er ermöglicht eine weitaus genauere und aktuellere Aussage über die Beschaffenheit der Leber, als es heute die Standard-Diagnostik-Verfahren Blutbild und Ultraschall schaffen. Dabei wird erstmals zeitnah das gemessen, was eigentlich zählt: Die Funktion der Leber. Auskunft darüber soll ausgerechnet die Atemluft geben.

Das zugrundeliegende Prinzip ist simpel: Zunächst bekommt der Patient eine Lösung mit 13C-Methacetin gespritzt, einem Molekül, bei dem einige Kohlenstoffatome gewissermaßen markiert sind – sie haben einen schwereren Kern als die meisten anderen Kohlenstoffatome. In gesunden Leberzellen bauen Enzyme 13C-Methacetin rasch zu Paracetamol ab und der markierte Kohlenstoff wird freigesetzt. Er gelangt über das Blut in die Lunge, wo er in die Atemluft übergeht.

Dort leitet eine Atemmaske die Luft in ein Messgerät, das mithilfe eines Infrarotlasers die relative Menge des schwereren 13-wertigen Kohlenstoffs bestimmt. An den Ergebnissen lässt sich ablesen, wie gut die Leber funktioniert: Je größer die Menge des schweren Kohlenstoffs in der Atemluft ist, desto mehr 13C-Methacetin wurde abgebaut – und desto gesünder ist die Leber.

Aktuelle Leberwerte innerhalb von 30 Minuten

Bislang wird der sogenannte Limax-Test nur bei klinischen Studien angewandt. In der Hepatologie, der Leberheilkunde, könnte er im Falle einer Zulassung für eine kleine Revolution sorgen. „Wenn man einem Menschen die Leber entfernen würde, würde man das an den Blutwerten erst Tage später sehen. Mit dem neuen Test dagegen hat der Arzt innerhalb von 30 Minuten einen Überblick, wie gut die Leber aktuell arbeitet“, sagt der Physiker Karsten Heyne von der Freien Universität Berlin, der den Test mitentwickelt hat.

Zu untersuchen, wie gut die Leber arbeitet, ist besonders vor Operationen an dem Organ wichtig. „Erst wenn die Funktion bekannt ist, lässt sich ungefähr voraussagen, ob ein Patient mit einem Lebertumor eine ausgedehnte Operation überlebt“, sagt Andreas Geier, Leiter des Schwerpunktes Hepatologie am Universitätsklinikum Würzburg. Er sieht die Entwicklung des Tests positiv: „Das erweitert unsere Diagnostik deutlich und kann künftig sogar Leben retten“, so Geier.

Erste Zwischenergebnisse der klinischen Studien geben ihm recht: Seit der Test bei Studien an der Charité in Berlin und elf anderen Kliniken eingesetzt wird, ist die Sterberate nach Leberoperationen um mehr als die Hälfte gesunken. „Bei Leberkrebs entfernen Chirurgen den Tumor und große Teile in der Umgebung. Bislang konnte man den Eingriff aber bei vielen Patienten nicht wagen, weil das Risiko eines kompletten Leberversagens zu hoch war. Der Test erlaubt nun, die Kapazität der Leber im Vorhinein besser einzuschätzen“, erklärt Geier.

Bessere Datenlage für akute Entscheidungen

Nicht nur bei Leberkrebs könnte der Test Ärzte beim Treffen lebenswichtiger Entscheidungen unterstützen, auch sonst sind viele Einsatzgebiete denkbar. Wie stark etwa beeinträchtigt die im Ultraschall gefundene Leberzirrhose die Funktion der Leber? Gibt es bei einem akuten Leberversagen noch eine Chance, die Leber zu retten, oder ist eine Lebertransplantation unausweichlich?

„Im Grunde kann der Test bei fast jeder Lebererkrankung wertvolle Erkenntnisse liefern, die den Verlauf der weiteren Therapie beeinflussen“, sagt Geier. Aber auch bei ganz anderen Problemen könnte der Test den Ärzten helfen: Weil die Leber das zentrale Organ des gesamten Stoffwechselsist, ist die Kenntnis ihrer Funktion vor aufwendigen Operationen und bei Chemotherapien wertvoll.

Vor wenigen Wochen wurde der Test mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Auch wegen seines enormen Potenzials gelang es dem Unternehmen problemlos, Risikokapital für die Finanzierung der klinischen Studien zu sammeln. Der einzige Haken: Es dürfte noch dauern, bis der Test zugelassen wird. Anfang nächsten Jahres soll es so weit sein. Bis die Krankenkassen den Test in ihren Leistungskatalog aufnehmen, wird noch weitere Zeit vergehen.

Bis dahin bleibt Patienten nichts anderes übrig, als zu hoffen, den Test im Rahmen der klinischen Studien nutzen zu können. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Obwohl er offiziell noch nicht zugelassen ist, haben die Ärzte den Test an Universitätskliniken mehr als 12.500-mal eingesetzt. Der Nutzen ist offenbar einfach zu groß, um bis zur Zulassung zu warten.

 

Original-Artikel:

www.spiegel.de/

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Januar 6th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Prominenter Drogenforscher verteidigt fragwürdige These – Alles, was Sie über Crystal Meth wissen, ist falsch

Die Partydroge Crystal Meth ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Das Methamphetamin schwappt vor allem aus Tschechiens Giftküchen nach Deutschland herüber. Doch während viele Medien von Crystal Meth als „Horrordroge“ sprechen und vor den „Teufelskristallen“ warnen, gibt es einen, der alles in Frage stellt – Drogenforscher Carl Hart.

Hart ist Psychopharmakologe und Professor an der Columbia Universität. Nach eigenen Drogenerfahrungen in seiner Jugend wählte er statt einer Drogen- die Akademiker-Laufbahn.

Zombiedroge, die jeden Nutzer entstellt?

Hart zufolge werden die Risiken von Drogen wie Crystal Meth maßlos übertrieben dargestellt und dienen primär dazu, Angst zu verbreiten und schockierende Schlagzeilen zu generieren. Diese gibt es auch in Deutschland. Oft ist von der gefährlichsten und schlimmsten Droge der Welt die Rede, einer „Zombiedroge“, die jeden Menschen nach kurzer Zeit entstellt und süchtig macht.

Video: So graben sich Drogen ins Gesicht ein

Meth unterdrückt Grundängste

Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und -gruppen konsumieren Meth. Die synthetische Droge wirkt euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl, nimmt Grundängste und unterdrückt Bedürfnisse wie Hunger und Müdigkeit. Durch die leistungssteigernde Wirkung wurde die Droge in den letzten Jahren zunehmend nicht mehr nur als Partydroge, sondern auch als Aufputschmittel am Arbeitsplatz verwendet.

Video: Schock-Kampagne gegen Crystal Meth

„80 Prozent der Crystal-User nicht süchtig“

Carl Hart behauptet: „Über 80 Prozent der Crystal-Nutzer werden überhaupt nicht süchtig. Die meisten bräuchten weder Therapie noch Strafe.“

Die vielen Debatten über die Schädlichkeit von Crystal Meth empfindet er als unnötig aufgebauscht von denjenigen, die davon profitieren: Polizei und Suchtkliniken. Für seine Studien lädt Carl Hart Süchtige ins Labor ein und verabreicht ihnen Drogen, um deren Wirkung auf das Suchtverhalten zu untersuchen.

Kritik an den Aussagen von Carl Hart

Sowohl Harts Aussagen, als auch seine Methoden bezeichnen viele Suchtforscher als gefährlich. „Angesichts der Problematik von Crystal Meth in Deutschland sind Harts Thesen eine gefährliche Relativierung und so nicht angemessen,“ erklärt Ingo Schäfer vom Interdisziplinären Suchtforschungszentrum (ZIS) in Hamburg.

Bei regelmäßiger Einnahme führe die Droge beim Großteil der Nutzer zur Abhängigkeit. „Besonders das Risiko der psychischen Abhängigkeit ist hoch. Außerdem kann die Substanz auch zu schweren Symptomen wie Depressionen und Psychosen führen“, weiß Schäfer.

 

Übernommen aus:

www.focus.de/gesundheit/ratgeber

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Januar 4th, 2015 | Kommentare deaktiviert für Der Schockraum – am Puls der Notaufnahme

Er ist das Herz jeder Notaufnahme. Diese vier Wände stellen die Schnittstelle zwischen Krankenwagen, Rettungshubschrauber und Krankenhaus dar: der Schockraum, ausgestattet mit modernsten Apparaten, kleinen Laboren, Beatmungsmaschinen, mächtigen Röntgen- und Infusionsgeräten. An diesem Ort versuchen Ärzte nach Verkehrs- und Arbeitsunfällen, nach Stürzen aus großer Höhe oder Verbrennungen das Überleben von Patienten zu retten. Selbst kleine Operationen sind in manchen Räumen möglich. Notfallversorgung, bei der jede Sekunde zählt.

Etwa 30.000 Schwerverletzte werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie pro Jahr in die Schockräume deutscher Krankenhäuser eingeliefert. Anders als aus einschlägigen Fernsehserien bekannt, braucht man dazu nicht möglichst viel Geschrei, Chaos und Hektik. Viel mehr sind im realen „Emergency Room“ klare Strukturen, eingeübte, festgelegte Abläufe und schnelle Entscheidungen gefragt. Pfleger und Ärzte verschiedenster Fachrichtungen müssen dort im Team reibungslos zusammenarbeiten. Und Deutschland kann sich damit schmücken, dass das meist gut funktioniert.

 

Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren die Sterberate schwerverletzter Unfallopfer in deutschen Kliniken um über die Hälfte gesenkt werden konnte – von rund 25 Prozent auf unter 10 Prozent. Unfallchirurgen des Uniklinikums in Essen hatten für diese Ergebnisse Informationen von rund tausend Polytrauma-Patienten ausgewertet, die von 2002 bis 2011 in der Essener Klinik im Schockraum erstversorgt worden waren. Andere Zahlen machen dazu deutlich: Die Versorgung wird auch schneller. Durch eine bessere Raumaufteilung, modernere Ausstattung und kürzere Wege ist die Zeit vom Eintreffen des Patienten im Schockraum bis zu einem Notfall-CT beispielsweise von durchschnittlich 38 Minuten im Jahr 2002 auf heute nur noch 21 Minuten gesunken.

Struktur, Organisation und Ausstattung retten also Leben, aber was genau steckt hinter den steifen Begriffen? Mit Hilfe von Uwe Schweigkofler, Leitender Arzt des Notfall- und Rettungszentrums der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt (BGU), haben wir ein kleines Einmaleins erstellt.

 

Schockraum-Leader

Teilweise behandeln im Schockraum bis zu zehn Ärzte und Pfleger gleichzeitig einen Patienten. Die Arbeit im Schockraum ist Teamarbeit. Damit dabei aber der Überblick bewahrt wird, muss es einen geben, der den Ton angibt und alles koordiniert. Das muss nicht immer derselbe sein, er muss auch nicht zwangsläufig einer bestimmten Fachrichtung angehören. Er kann Anästhesist, Chirurg oder Internist sein. Das einzige Kriterium, das der Schockraum-Leader erfüllen sollte, lautet: genügend Erfahrung in der Behandlung von lebensgefährlich Erkrankten und Schwerverletzten haben.

 

Bunte Westen

In vielen Kliniken trägt der Teamleiter als optische Hervorhebung eine bunte Weste. In einigen Schockräumen gibt es auch farbig gekennzeichnete Westen oder Röntgenschürzen für Ärzte mit anderen Funktionen. Das dient dem Überblick, denn im kritischen Fall darf es keine hierarchischen Streitigkeiten geben.

 

ABCDE-Schema

Bei diesem Schema steht A für airway, Luftwege; B steht für breathing, Atmung; C steht für circulation, Kreislauf, D für disability, neurologische Ausfälle, und E für exposure, umgebende Faktoren. Dieser Algorithmus ist eine Art Leitfaden, nach dem Ärzte bei einem Schwerverletzten prioritätenorientiert vorgehen sollen. Da die Sicherung der Atemwege eine hohe Priorität hat, stehen A und B am Anfang. Da im Schockraum Teamarbeit gefragt ist, kann sich die Anästhesie aber um A und B kümmern, während der Chirurg sich gleichzeitig mit Punkt C, dem Kreislauf, beschäftigt. Wichtig ist die gemeinsame Sprache, dass alle wissen, um was es bei A, B oder C geht. Studien zeigen, dass ein Abweichen vom Leitfaden zu mehr Komplikationen führen und sogar bis zu zwei Prozent vermeidbare Todesfälle produzieren kann. Deswegen lautet die Devise unter Ärzten: „Treat first what kills first.“

 

Das Manchester Triage System

Dies ist ein Verfahren zur Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit von Patienten, das mittlerweile in den meisten deutschen Kliniken genutzt wird. Triage bezeichnet dabei die Methodik, den Schweregrad der Erkrankung in kurzer Zeit zu erkennen. Patienten werden nach Eintreffen in der Notaufnahme je nach Beschwerden verschiedenen Kategorien zugeordnet. Rot bedeutet: Eine sofortige Behandlung ist nötig. Kategorie Orange heißt: Sehr dringende Behandlung, ein Arzt sollte innerhalb von zehn Minuten beim Patienten sein. Kategorie Gelb: Dringende Behandlung, der Patient kann aber bis zu 30 Minuten warten. Kategorie Grün: Normal, Behandlung ist innerhalb der nächsten 90 Minuten möglich. Als Letztes gibt es noch die Kategorie Blau: Nicht dringend. Meist ordnet das EDV-System die Patienten automatisch nach den Farben. Sind zwei Patienten der Kategorie Gelb da, entscheidet die Reihenfolge des Eintreffens.

 

Sampler-Schema

Ähnlich wie das ABCDE-Schema nutzen Ärzte das Sampler-Schema, um eine rasche Notfallanamnese zu erheben und um Informationen strukturiert weiterzugeben. Besonders wichtig ist dieses Schema, wenn der Patient notfallmäßig operiert und narkotisiert werden muss. S fragt die Symptome ab, A die Allergien, M die Medikation, P steht für past medical history, die medizinische Vorgeschichte, L für last oral intake, die letzte Nahrungsaufnahme, E für events prior to incident, dem Vorfall vorangegangene Ereignisse, und R für Risikofaktoren.Der nach Leipzig ausgeflogene Ebola-Patient aus Westafrika befindet sich in einem hochgradig kritischen Zustand. Das sagte Oberarzt Thomas Grünewald vom Klinikum St. Georg, wo der Mann seit Donnerstag behandelt wird.

 

Originalbeitrag:

www.faz.net

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Dezember 31st, 2014 | Kommentare deaktiviert für Waisenkinder der Medizin rücken zunehmend in den Fokus / Auch immer mehr Sozialpädiater kümmern sich um Kinder mit seltenen Erkrankungen

Göttingen/München (ots) – Sie gelten als die Waisenkinder in der Medizin und sind weitgehend unbekannt. Und dennoch kennt fast jeder von uns in seiner Familie, in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden, der mit einer seltenen Erkrankung lebt. Verwunderlich ist dies nicht, werden doch 7.000 bis 8.000 der rund 30.000 bekannten Krankheiten als selten eingestuft. Dies ist dann der Fall, wenn weniger als einer von 2.000 Menschen betroffen ist. In Deutschland sind mehr als vier Millionen Menschen von einer dieser seltenen Erkrankung betroffen, in der Europäischen Union sind es etwa 30 Millionen. Über 80% der seltenen Erkrankungen sind auf eine genetische Ursache zurückzuführen, meist beginnen sie im Kindes- und Jugendalter.

Und deshalb sind Kinder- und Jugendärzte auch zumeist die primären Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche mit seltenen Erkrankungen, berichtet Dr. Christian Fricke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ). Doch nur sehr wenige Ärzte sind über die jeweilige seltene Erkrankung informiert. Für die betroffenen Kinder und deren Familien ist daher bereits die Suche nach der richtigen Diagnose häufig sehr beschwerlich. Und viele haben eine jahrelange Odyssee hinter sich, bis sie endlich qualifiziert betreut und behandelt werden können.

Kinder und Jugendliche mit einer seltenen Erkrankung werden zum Teil bereits in Ambulanzen der Universitäts-Kinderkliniken oder in einem der über 140 Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) gut betreut. Das ist dann der Fall, wenn sich beispielsweise bei seltenen Krankheiten des Nervensystems besonders erfahrene Kinder- und Jugendneurologen gemeinsam mit einem multidisziplinären Team aus Psychologen, Therapeuten und anderen Berufsgruppen um die verschiedenen Facetten der Erkrankungen kümmern. Sehr hilfreich ist es für die Familien häufig auch, wenn Kontakte zu anderen Familien mit einem Kind mit derselben seltenen Erkrankung hergestellt werden können.

Wenn aber die betreuende Einrichtung vor Ort auch nicht weiter weiß und auch keine Selbsthilfegruppen für die einzelne seltene Erkrankung existiert, müssen spezialisierte Institutionen eingeschaltet werden. Das sind die Zentren für Seltene Erkrankungen, die zunächst eine Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen mit seltenen Erkrankungen sind. Diese sind zum Teil – wie etwa in Berlin, Göttingen, Heidelberg, München oder Tübingen – an Uni-Kinderkliniken oder an SPZ’s angegliedert. Und viele dieser Zentren haben sich wiederum auf ganz spezielle seltene Krankheitsbilder spezialisiert. So betreut das Zentrum für seltene Erkrankungen in Heidelberg Patienten mit seltenen Stoffwechselerkrankungen, das Zentrum in Freiburg solche mit seltenen Muskelerkrankungen. Im Berliner Centrum für Seltene Erkrankungen der Charité, das für eine Vielzahl seltener Erkrankungen kompetent ist, kommt der Abteilung für Humangenetik eine tragende Rolle zu, um zusammen mit den Sozialpädiatern die geeigneten Ansprechpartner für die Diagnose- und Therapie zu finden.

Auch neue Zentren rücken zunehmend in den Fokus, um die „Seltenen“ aus dem Schattendasein herauszuführen. So richtet der Sozialpädiater Prof. Knut Brockmann von der Universität Göttingen sein Zentrum auf die besonderen Bedürfnisse für Kinder mit seltenen neurologischen Erkrankungen aus. Geplant sind zudem bundesweite Erhebungen zu seltenen neurologischen Erkrankungen, um auf Dauer die Qualität der Behandlungen qualitativ verbessern zu können. Und in München möchte Prof. Volker Mall als Lehrstuhlinhaber für Sozialpädiatrie im Kinderzentrum München spezielle Patientenschulungsprogramme für seltene Erkrankungen aufbauen und weiterentwickeln, so zum Beispiel für herz- und nierentransplantierte Kinder oder auch für Kinder mit seltenen Nierenerkrankungen, anorektalen Fehlbildungen oder Neurofibromatose.

Diese Aktivitäten, die auf den 2013 ins Leben gerufenen Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) zurückgehen, zielen genau in die richtige Richtung, meint auch Sozialpädiatrie-Präsident Christian Fricke. Allerdings müssten solche Behandlungsangebote in spezialisierten SPZ ausreichend finanziert werden. Das ist noch längst nicht der Fall. Und wem würde man das mehr gönnen, als den bisherigen „Waisenkindern in der Medizin?“

Pressekontakt:

Weitere Informationen bei
kbrock@med.uni-goettingen.de
Volker.Mall@kbo.de
Website:
www.presseportal.de/pm/55202/2905726
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Dezember 11th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Welt – Diabetes – Tag : Diabetes – Zahlen steigen

Weltweit leiden immer mehr Menschen an Diabetes – vor allem in den Industrieländern. Auch in Deutschland steigen die Zahlen seit Jahren. Und: Deutschland hinkt bei einem nationalen Diabetesplan hinterher.

MÜNCHEN. Die Zahlen sind alarmierend: Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes, ein Drittel mehr als noch vor 15 Jahren. „Diabetes ist eine Volkskrankheit“, sagte Thomas Danne, Chefarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe.

Rund 750 Menschen erkranken jeden Tag neu an Diabetes, jede Stunde sterben drei Menschen an der Krankheit. Etwa 95 Prozent der Betroffenen leiden dabei an Diabetes Typ 2, früher Altersdiabetes genannt.

Typ 1 ist deutlich seltener, allerdings steigen die Zahlen auch hier. Beim heutigen Welt-Diabetes-Tag wollen Experten vor allem darüber aufklären, wie man gut mit der Krankheit leben kann.

Die Ursache für den rapiden Anstieg von Typ 2 liegt für Matthias Tschöp, Diabetes-Forscher am Helmholtz Zentrum München, auf der Hand: die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen.

„Das Problem bekommen wir einfach nicht in den Griff“, sagt Tschöp. Fettleibigkeit gilt als eine der Hauptursachen für Diabetes Typ 2. „Wir haben bis heute keine Medikamente gegen Fettleibigkeit“, erklärt der Mediziner. Einzig chirurgische Eingriffe wie ein Magenbypass seien möglich.

Experter: Arznei gegen Adipositas nötig

Tschöp will deshalb Medikamente entwickeln, die Fettleibigkeit und Diabetes gleichzeitig bekämpfen. „Wir brauchen Medikamente, die viel wirksamer sind als heute.“

Helfen sollen dabei die verschiedenen Arten von Fettgewebe im Körper. „Es gibt Fettzellen, die Fett nicht speichern, sondern verbrennen“, erzählt Tschöp. Der Mediziner und seine Kollegen vom Helmholtz Zentrum untersuchen seit einiger Zeit genauer, wie sich das „gute“ braune Fettgewebe vom „bösen“ weißen Gewebe unterscheiden lässt.

„Wir müssen es schaffen, weiße in braune Fettzellen umzuwandeln – also Zellen, die Kalorien speichern umwandeln in Zellen, die Kalorien verbrennen.“ Wie das genau funktioniert, wissen die Wissenschaftler aber noch nicht.

Genetische Ursachen für Fettleibigkeit

Wichtig ist Tschöp, Diabetes-Patienten nicht abzustempeln nach dem Motto: „Der ist ja selber schuld.“ Und er betont: „Es gibt genetische Gründe für Fettleibigkeit, viele Betroffene haben mit Willem allein überhaupt keine Chance.“

Manch ein Übergewichtiger bekomme nie Diabetes, andere litten auch ohne zu viel Gewicht an der Krankheit. „Das Leben ist da nicht fair“, sagt Kinderarzt Danne.

Viele Diabeteskranke trauten sich mit ihrer Krankheit aus Furcht vor Ausgrenzung nicht an die Öffentlichkeit.

Für Danne ist Diabetes deshalb auch ein gesellschaftliches Problem, das sich durch neue Medikamente und Therapien allein nicht in den Griff bekommen lässt.

„Unsere Gesellschaft macht gesundes Leben nicht gerade leicht“, sagt Danne. Ändern soll das ein nationaler Diabetes-Aktionsplan. „18 EU-Staaten haben den bereits, Deutschland hinkt hinterher.“

Diabetes-Register gefordert

Mit einem solchen Plan will Danne die Interessen der verschiedenen Lobbygruppen binden – ob Ärzte, Politik oder Nahrungsmittelindustrie. Auch die Früherkennung soll besser werden.

Viele Menschen bemerken Diabetes erst, wenn sie bereits an Folgeerkrankungen leiden. „Hoher Zucker tut ja nicht weh“, erklärt Danne.

Der Kinderarzt fordert zudem ein zentrales Diabetes-Register. „Wir wissen immer noch viel zu wenig darüber, wie die Leute behandelt werden.“

Der Bundesrat hat sich im Sommer für einen nationalen Diabetesplan ausgesprochen. Danne sieht jetzt die Bundesregierung am Zug. (dpa)

 

Hier der Link dazu:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/873312

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November 26th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Wie viel Willenskraft ist gut?

Dieser Text beginnt aus gutem Grund mit einem Poesiealbum-Spruch. Also kurz mal visualisieren – weiße viereckige Albumseite, krakelige Filzstiftschrift, ein paar ebenso krakelige Sterne drum herum: „Das kleine Wort ‚Ich will‘ ist mächtig, spricht’s einer leis und still; die Sterne reißt’s vom Himmel, das kleine Wort ‚Ich will‘.“

Dieser Spruch sprach mir als Kind aus tiefster Seele. Denn ich wollte immer. Und ich wusste immer sehr genau, WAS ich wollte. Kam meine Freundin, hatte ich eine sehr klare Vorstellung, ob wir „Barbie kommt von der Arbeit nach Hause“ oder „Es ist Samstagmorgen und Ken geht zum Bäcker“ spielten. Und ob sie Barbie war oder Ken. Hatte sie keine Lust, setzte ich alles daran, sie umzustimmen. Ich duldete wenig Widerspruch. Dass sie trotzdem eine willige Spielgefährtin war, kam sicher nicht von ungefähr. Sie sagte mir viel später einmal, als wir schon längst erwachsen waren: „Du hast immer bestimmt. Aber ich fand es auch ganz bequem.“

Ich war kein lautes Kind, das polternd alles an sich riss, aber ich war mit einem gnadenlosen stillen Willen ausgestattet, dem es wenig entgegenzusetzen gab. Kam mir etwas überflüssig vor, wollte ich es allerdings mit gleicher Vehemenz nicht. Selten aber war mir irgendetwas egal. Ein Wesenszug, der in meiner Kindheit natürlich nicht immer nur Segen war, denn wenn die Umstände nicht meiner Vorstellung entsprachen, war ich unglücklich. Und natürlich ist die Grenze zwischen einem Kind mit starkem Willen und einem Egoisten fließend.

Menschen mit einem starken Willen sind freier

Erst im Laufe des Lebens hat sich herauskristallisiert, dass diese Eigenschaft, die ich damals nicht bewusst zur Kenntnis nahm, eine heiß begehrte Ressource ist. Denn Willenskraft ist auch ein Synonym für Beharrlichkeit, Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Menschen, die diese Eigenschaften besitzen, sind laut neuesten Forschungen am glücklichsten und erfolgreichsten. Durchhaltevermögen schlägt sogar Intelligenz und Talent.

Es gibt dieses legendäre Experiment aus den 60er Jahren, in dem der Psychologe Walter Mischel an der Stanford University vierjährigen Kindern ein Stück Mäusespeck hinlegte. Würden sie warten, bekämen sie ein zweites Stück. Die meisten aßen den Speck sofort auf, nur die wenigsten hielten durch. Mischel begleitete die Versuchspersonen über Jahre hinweg bis zum Erwachsenwerden und stellte fest: Wer schon als Kind über Selbstdisziplin verfügt hatte, verdiente später mehr Geld, lebte gesünder und in einer stabileren Partnerschaft als die impulsgesteuerten Sofortesser.

Warum ist das so? Da sind sich die Experten, allen voran der amerikanische Sozialpsychologe und gefeierte Autor Roy Baumeister („Die Macht der Disziplin – wie wir unseren Willen trainieren können“), ziemlich einig: Menschen mit einem starken Willen sind freier. Wer die Selbstdisziplin aufbringt, auf den zweiten Mäusespeck zu warten, schafft sich Handlungsalternativen. Wer sich dagegen ungezügelt seinen Wünschen und Gelüsten hingibt, hat keine Kontrolle über sein Leben. Auch wenn es wie ein Paradoxon klingt – frei sein bedeutet, sich selbst zu beschränken.

Aber woher hat man diese Eigenschaft? Ist sie angeboren oder wird man durch die Eltern geprägt? Es gibt erstaunlich wenig psychologische Forschung über die Entwicklung von Willenskraft. Aber Studien aus dem Bereich der Kriminalität, für die Selbstkontrolle große Relevanz hat, zeigen zum Beispiel beträchtliche genetische Einflüsse darauf, ob wir generell impulsiv oder selbstkontrolliert sind. Diese Veranlagung paart sich dann mit dem, was uns unsere Eltern vorleben. Wenn sie uns zum Beispiel zeigen, dass man diszipliniert dranbleiben muss, wenn man etwas erreichen will, werden wir das als Kinder unbewusst übernehmen. Die Kinder dagegen, deren Eltern ihnen signalisieren: „Wenn du nicht mehr kannst, musst du nicht weitermachen“, werden eher aufgeben. Die so genannte Selbstmotivierungskompetenz wird gestärkt, wenn wir als Kind auch mal schwierige oder unangenehme Aufgaben allein lösen müssen. Das setzt jedoch voraus, dass wir uns im Großen und Ganzen von unseren Eltern verstanden fühlen.

Ich habe zum Beispiel mit zehn Jahren mit dem Reiten angefangen, weil ich es unbedingt wollte. Und ich erinnere mich, dass es mich am Anfang sehr angestrengt hat und ich vor jeder Reitstunde rasend aufgeregt war, weil mein Talent sich in Grenzen hielt. Aber Reiten zu lernen war mein großer Wunsch, und für mich war es keine Frage, ob ich dranbleiben würde. Meine Mutter, die mich zunächst zu den Reitstunden fuhr, hätte nie eine Ausrede gelten lassen, außer vielleicht hohes Fieber. Diese Haltung habe ich inhaliert. Und nie wieder abgelegt. Das Fazit? Ich reite heute immer noch, und zwar gar nicht so schlecht. Was wiederum die Theorie stützt, dass Durchhaltevermögen und Disziplin für den Erfolg einer Sache wichtiger sind als Talent…

Es gibt nur die Möglichkeit, weiterzumachen

Meine Fähigkeit dranzubleiben half mir im Studium und beim Berufseinstieg. Ich ertrug Demütigungen, Durststrecken und Zweifel. Ich war bei Weitem kein überdurchschnittlich schneller Durchstarter. Ich ließ mir viel Zeit, aber ich hatte ein Ziel und verlor es nicht aus den Augen. Es passierte nicht krampfhaft – ich kannte es nicht anders. Es erschien mir als der einzig mögliche Weg, ein gutes Leben zu führen. Das ist vielleicht das Geheimnis willensstarker Menschen: Es gibt in ihrem Kosmos keine andere Möglichkeit, als weiterzumachen.

Und genau das ist eben der Nachteil: Willenskraft kann sehr anstrengend und auch schmerzhaft sein. Sie nagt und brennt erbarmungslos. Oft wäre es schöner, die Dinge auch mal lockerer zu sehen. Andere machen und sich treiben zu lassen. Sich um nichts zu kümmern – nicht um die Pfunde am Bauch, nicht um den Karriereschritt. Wer einen starken Willen hat, ist in der Regel ein Optimierer. Und zwar in jedem Lebensbereich. Nicht umsonst sind die Menschen mit Burnout in der Regel diejenigen, die eine sehr große Selbstkontrolle haben. Und Beharrlichkeit und Disziplin stoßen bei anderen oft negativ auf.

Ja, man kann auch ein Zuviel an Willenskraft haben.

Die hohe Kunst ist es, sie virtuos spielen zu lernen, wie ein Instrument. Sozialpsychologe Dr. Malte Friese von der Universität des Saarlandes beschreibt das so: „Ich betrachte Selbstkontrolle als ein Geschenk, das es erleichtert, langfristige Ziele zu verwirklichen. Man kann dieses Geschenk einsetzen, aber man muss es nicht bei jeder Gelegenheit tun, die dafür geeignet wäre.“ Auch mal bewusst unkontrolliert sein kann nämlich sehr schön sein: „Ich konnte nicht anders, ich musste mich betrinken und die Nacht durchfeiern.“ Das ist der Gebrauch von Willenskraft für Fortgeschrittene.

Walter Mischel, der Mann mit dem legendären Experiment, hat es so formuliert: „Zum Leben gehört nicht nur Selbstkontrolle, sondern auch das Wissen, wann es Zeit ist, der Versuchung nachzugeben. Ein Zuviel an Selbstkontrolle ist ungelebtes Leben.“ Und ich würde sagen: Der Mann hat recht.

  • Kleine Anleitung für Willenskraft-Willige

    Immer mal wieder in kleinen, überschaubaren Portionen die Selbstkontrolle überprüfen, zum Beispiel: Ich werde heute Süßigkeiten widerstehen. Wer seine Selbstkontrolle regelmäßig trainiert, wird tatsächlich besser.

  • Prioritäten setzen: sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern realistische Ziele anpeilen. Wenn man an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpft, schwächt das die Willenskraft.

  • Konkret planen: nicht „Ich will jetzt endlich regelmäßig joggen“, sondern „Ich laufe diese Woche dreimal 20 Minuten“. Und dann steigern.

  • Keine Aufgabe aufschieben, die man in weniger als zwei Minuten erledigen kann.

  • Ausreichend schlafen: Zu wenig Schlaf ist der „Feind der Willenskraft“. Müde und überlastete Menschen können nicht diszipliniert sein.

Originalbeitrag:

www.brigitte.de/liebe/

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November 23rd, 2014 | Kommentare deaktiviert für COPD: In zwanzig Jahren typisches Frauenleiden

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die zum größten Teil mit dem „Raucherhusten“ beginnt und mit Lungenblähung und -versagen schließlich tödlich enden kann, ist ein erhebliches gesundheitliches Problem. Dieses wird zunehmend zu einer „Frauensache“ und die Zahl der Therapieplätze sei viel zu gering, wie steirische Mediziner warnen.

Schleichende Entwicklung

Studien zeigen, dass die Zahl der an COPD erkrankten Personen konsequent zunehme – auch in Österreich, so Gert Wurzinger, Primarius an der Abteilung für Lungenkrankheiten am LKH Hörgas-Enzenbach im Vorfeld des Welt-COPD-Tages am 19. November. Mehr als 500.000 Menschen in Österreich und alleine rund 75.000 in der Steiermark würden an einer behandlungsbedürftigen Form der Erkrankung leiden. 9.000 müssten in der Steiermark jährlich stationär behandelt werden

Verursacher seien hauptsächlich Gifte in der eingeatmeten Luft, vor allem durch aktives und passives Rauchen. Was für den Betroffenen als landläufige „Raucherbronchitis“ beginnt, wird oft gar nicht als Krankheitsbild erkannt und entwickelt sich über Jahre schleichend in eine chronisch fortschreitende Abnahme der Lungenfunktion. Diese kann schließlich ins Emphysem (Lungenblähung) und sogar in ein Lungenversagen münden.

Insgesamt zeige sich bei den Erkrankungsfällen ein deutlich stärkerer Anstieg bei den Frauen als bei den Männern: „Vor 20 Jahren war die COPD eine typische Männerkrankheit. Jetzt haben die Frauen die Männer schon überholt und in 20 Jahren wird die COPD eine typische Frauenkrankheit sein„, sagte Wurzinger. Er führt die Verschiebung auf die vor 20 Jahren begonnene Zunahme des Zigarettenkonsums bei Frauen zurück: „Die Erkrankung folgt mit einem zeitlichen Abstand von 20 bis 40 Jahren“, so der Lungenexperte.

Vernachlässigte Früherkennung

Der steirische Primar kritisierte in diesem Zusammenhang, dass in Österreich die Früherkennung von Lungenkrankheiten im Allgemeinen und COPD im Speziellen vernachlässigt werde: „Schon Kinder beginnen zu rauchen. Wenn sie dann mit 40 oder 50 Jahren aufgrund von Atemnot den Arzt aufsuchen, muss festgestellt werden, dass schon 40 oder 50 Prozent der Lungenleistung unwiderruflich verloren sind“, so Wurzinger.

„Ein beträchtlicher Teil der stationären Aufnahmen und damit der Kosten könnten eingespart werden, wenn die Krankheit schon im Frühstadium entdeckt und behandelt werden könnte“, betonten auch die beiden Vorstände der steirisches Landesspitäler, Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek.

Wurzinger kritisierte auch die mangelnde Möglichkeit der Rehabilitation für an den Lungen geschädigte Patienten in Österreich: „Nicht einmal zehn Prozent der benötigten Therapieplätze sind vorhanden“. Und während es in Deutschland nach der stationären Rehabilitation eine Weiterführung im patientennahen Bereich in Form von 800 „Lungensportgruppen“ gebe, existiere in Österreich „nicht einmal eine einzige“. (APA, derStandard.at, 14.11.2014)

 

Webseite:

derstandard.at/2000008161484/

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Oktober 23rd, 2014 | Kommentare deaktiviert für Immobilien mit Nebenwirkungen – Husten, Müdigkeit, Schwindel – So macht das eigene Haus krank

Auslöser für manche Krankheit kann das eigene Haus sein. Vor allem in den 60er und 70er Jahren wurden Materialien verbaut, die erst Jahre später ihre Gefährlichkeit zeigten. Wie Sie den Giften auf die Spur kommen.

Wer ein gebrauchtes Haus kauft, der weiß in der Regel nicht, was sich hinter Wandverkleidungen, unter Bodendielen und abgehängten Decken verbirgt. In manchem Altbau tickt im wahrsten Sinne des Wortes eine chemisch-biologische Zeitbombe.

Empfindliche Menschen und Familien mit kleinen Kindern sollten sich deshalb schon vor dem Einzug (am besten bereits vor dem notariellen Kauf des Hauses) eine komplette Wohnraumanalyse machen lassen, damit sie später keine bösen Überraschungen erleben. Ein Innenraumcheck bringt schnelle Ergebnisse und erlaubt Rückschlüsse auf den mögli­chen Sanierungsaufwand – der sich unter Umständen Wert mindernd auf den Kaufpreis niederschlägt.

 

Ein Gutachten ist nicht teuer

Dabei halten sich die Kosten der Wohnraumanalyse in Grenzen: Bei einem durch­schnittlichen Kaufpreis für das Haus von 250.000 Euro liegen die Untersuchungskosten erfahrungsgemäß bei ein bis zwei Prozent – und damit deutlich unter der Makler-Courtage. Ihr Vorteil: Finanzielle und gesundheitliche Risiken werden ausge­schaltet.

Manchmal stellen sich gesundheitliche Beschwerden erst nach längerer Zeit ein und werden zunächst gar nicht mit dem Haus in Verbindung gebracht. Schleichend verschlechtert sich der Gesundheitszustand. Neurodermitis beim Kleinkind wird voreilig falschen Ursachen zugeschlagen, häufige Kopfschmerzen werden dem täglichen Arbeitsstress angelastet. Oft kurieren Haus- und Fachärzte Jahre lang an Symptomen herum, ohne auf die eigentliche Ursache zu stoßen – das gesundheitsschädliche Haus.

 

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl

Erste Anzeichen für gebäudebedingte Erkrankungen sind un­spezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Hautreizungen, Schleimhautschwellungen, hohe In­fektanfälligkeit, allergische und asthmaähnliche Beschwerden; daneben werden in Innenräumen häufig auch Schadfaktoren mit Krebs erzeugendem Potential gefunden. Meist leidet erst ein Familienmitglied an einem oder mehreren Symptomen, dann nach und nach auch die anderen.

Hausbesitzer – aber auch Mieter – sind in diesem Fall heute immer noch auf Eigeninitiative angewiesen. Kaum ein Arzt fragt nach den heimischen Wohnbedingungen. Betroffene sollten sich fragen, ob ihre Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit dem Einzug ins Haus stehen und ob sich ver­schiedene Symptome etwa im Urlaub vorübergehend verbessern. Beides sind mögliche Hinweise auf krankmachende Faktoren zu Hause.

 

Welche Schadstoffe im Haus krank machen

Wer ein Haus aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bewohnt und es in den vergangenen Jahrzehnten nicht modernisiert hat, der wird selten mit gebäudebedingten Erkrankungen zu tun haben.

Bis in die 1960er Jahre wurden beim Einfamilienhaus­bau vor allem natürliche, traditionelle Baustoffe verwendet, die im Allgemeinen gut verträglich sind. Erst in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren begannen die Probleme. Moderne Baustoffe, vor allem PVC und Kunstfasern setzten sich durch. Statt der traditionellen rund 50 Baumaterialien standen nun mehrere hundert zur Verfügung – und wurden von Architekten und Heimwerkern auch benutzt. Mit all den damit verbundenen Problemen.

Innenraumexperten kennen die verschiedenen Schadfaktoren, die den Bewohnern eines Hauses gefährlich werden können. Chemische Verbindungen wie flüchtige und schwerer flüchtige organische Verbindungen, aber auch Schwermetalle und Re­aktionen verschiedener Verbindungen miteinander sind zu be­rücksichtigen.

Des Weiteren gehören zu den Schadfaktoren in Innenräumen alle Arten von Stäuben (an die häufig chemische Verbindungen angelagert sind), ferner Geruchsauffälligkeiten sowie physikalische und biologische Faktoren (Schimmelpilze, Bakterien).

 

Hier der Link dazu:

www.focus.de/immobilien

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Oktober 15th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Dellwarzen bei Kindern

Dellwarzen sind gutartige Hautveränderungen, die bevorzugt bei Kindern und Jugendlichen auftreten, welche zu trockener Haut oder Neurodermitis neigen …und Jungen sind häufiger davon betroffen als Mädchen. Doch auch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Dellwarzen auftreten. Diese gutartigen Warzen können sowohl einzeln, als auch in gehäufter Form erscheinen. Dellwarzen, auch Schwimmbadwarzen, Wasserwarzen oder Mollusken genannt, sind weltweit verbreitet und schlagen mit ca. 1 Prozent aller Hautkrankheiten zubuche.

Dellwarzen – was ist darunter zu verstehen?

 

Dellwarzen sind eigentlich keine typischen Warzen, sondern vielmehr ein Hautausschlag, der durch bestimmte Viren – und zwar durch die so genannten „Molluscum Contagiosum Viren“ – hervorgerufen wird. Der Molluscipoxvirus gehört zur Familie der Pockenviren. Die Viren gelten zwar als harmlos, doch sind sie sehr ansteckend und können gelegentlich jucken. Der Name „Dellwarzen“ ist auf die charakteristische Delle inmitten der hautfarben bis rötlichen, wenige Millimeter großen Mollusken zurückzuführen. In der Regel bilden sich Dellwarzen eher einzeln, doch drückt man versehentlich auf die Warze oder kratzt sie auf, so tritt eine breiige und weißliche oder gelbliche Masse aus, welche die ansteckenden Viren enthält. Dies kann durchaus dazu führen, dass sich die Viren weiter ausbreiten, indem sie an verschiedenen Stellen des Körpers in die Haut eindringen (z.B. durch kleine Hautverletzungen, Schürfungen, Wundsein,… oder auch bei aufgeweichter Haut) und dann neue Dellwarzen verursacht.

Dellwarzen bei Kindern …und die Ursachen

 

Dellwarzen sind äußerst ansteckend und werden sowohl durch direkten Hautkontakt, als auch durch eine Schmierinfektion über Gegenstände wie Spielzeug oder Kleidung, Handüchter und Waschlappen, welche gemeinsam benützt werden, übertragen, was nicht zuletzt dazu führt, dass Dellwarzen bei Kindern häufig vorkommen. Zudem können Dellwarzen auch im Schwimmbad übertragen werden. Die Warzenerreger dringen in die oberste Hautschicht ein, vermehren und vergrößern sich, fangen an zu wuchern …und es entsteht eine oder mehrere Warzen. Dellwarzen können generell überall am Körper auftreten, doch ist bei Kindern überwiegend das Gesicht, der Nacken und Hals, die Augenlider, sowie die Arme, Achseln, Hände, Kniekehlen und der Genitalbereich von Dellwarzen befallen. Die Inkubationszeit ist bei Dellwarzen ziemlich unterschiedliche, denn nach der Ansteckung mit dem Molluscum Contagiosum Virus bis zur Warzenbildung kann es von etwa 14 Tagen bis zu mehreren Monaten dauern.

Dellwarzen bei Kindern – Verlauf, Behandeln, Entfernen

Häufig bilden sich Dellwarzen bei Kindern nach einigen Monaten von selbst wieder zurück, bei manchen kann es aber auch Jahre dauern, bis sie die Warzen wieder los werden. Außerdem ist jemand, der schon einmal Dellwarzen hatte nicht dagegen immun, sondern kann sich jederzeit erneut mit den Viren infizieren und mit dem Hautausschlag konfrontiert sein. Gewiss lassen sich Dellwarzen aufgrund ihres typischen Aussehens leicht selbst erkennen, doch sollten Sie bei ersten Anzeichen sicherheitshalber trotzdem zum Hautarzt gehen, damit sich dieser die betroffenen Stellen nochmals gründlich anschauen und ggf. die Diagnose bestätigen kann. Zudem kann Ihnen der Hautarzt gute Ratschläge und Tipps zur Behandlung der Dellenwarzen geben.

Also besteht die Möglichkeit, die Mollusken nicht zu behandeln und einfach abzuwarten, bis sie von selbst wieder abheilen. Mediziner empfehlen allerdings, die Dellwarzen zu beseitigen. Aus kosmetischer Sicht können Dellwarzen nämlich wirklich störend sein und bei den Betroffenen zu einer psychischen Belastung führen. Des Weiteren besteht durch die extreme Ansteckungsgefahr ein hohes Risiko, dass noch andere gesunde Hautstellen befallen oder weitere Menschen mit den Viren infiziert werden.

Sollen die Warzen vom Hautarzt entfernt werden, so wird insbesondere bei Kindern vor der Behandlung eine örtlich betäubende Salbe aufgetragen, damit das Entfernen der Warzen schmerzfrei vonstatten geht. Die Salbe muss mindestens eine bis eineinhalb Stunden lang unter einer Folie einwirken, bevor der Eingriff vorgenommen wird.
Danach beseitigt der Hautarzt die Dellwarzen, indem er sie – nach dem Desinfizieren der Haut – mit einem scharfen Löffel abschabt (in Fachkreisen „Kürettage“) oder die Hautknötchen mit einer feinen Pinzette ausdrückt. Unmittelbar danach desinfiziert der Dermatologe die entsprechende Hautfläche erneut, damit noch vorhandene Viren keine Chance haben, sich zu verbreiten und an anderen Körperstellen neue Dellwarzen hervorzurufen.

Eine weitere Variante wäre, die einzelnen Dellwarzen mit flüssigem Stickstoff zu vereisen (die so genannte Kryotherapie).

Alternativ zu diesen Methoden besteht die Möglichkeit, die Dellwarzen mit einer speziellen und geeigneten Lösung selbst zu behandeln (die Lösung enthält stark verdünnte Kalilauge ~ Kaliumhydroxid). Sie müssen hierbei das Mittel zweimal täglich auf die einzelnen Dellwarzen auftupfen, so lange bis sich die Warzen entzünden. Nach dieser Behandlung heilen die Dellwarzen in der Regel vollständig ab.

Dellwarzen bei Kindern mit homöopathischen Mitteln behandeln

Haben Kinder Dellwarzen, so kann man auch versuchen, die Warzen mit homöopathischen Mitteln zu behandeln. Zu empfehlen sind homöopathische Arzneimittel wie „Teebaumöl“, eine „Thuja-Tinktur“ oder „Thuja-Globuli.

Dellwarzen bei Kindern vorbeugen

 

Da bei Kindern das Immunsystem noch schwach ist, sollten sie möglichst keinen direkten Hautkontakt zu Menschen haben, die an Dellwarzen leiden und sie sollten Warzen keinesfalls mit bloßen Fingern berühren. Genauso sollte man die rahmartige bis teigige Masse nicht selbst ausdrücken, sie könnte sich sonst auf der Haut verteilen und sich so noch weiter ausbreiten. Zudem solle jedes Kind bzw. Familienmitglied sein eigenes Handtuch, Dusch- oder Badetuch, Waschlappen, Bademantel,… haben, damit die Viren nicht über die so genannte Schmierinfektion übertragen werden.

Da Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene, die zu Neurodermitis neigen, besonders gefährdet sind und ein wesentlich größeres Risiko haben, an Dellwarzen zu erkranken, sollten sie sich zur Vorbeugung regelmäßig mit einer geeigneten, fetthaltigen Creme oder Lotion eincremen, um ihre empfindliche Haut vor den „Molluscum Contagiosum Viren“ zu schützen. Sind Neurodermitis-Gefährdete bereits von Dellwarzen betroffen, so sollten sie die infizierten Hautstellen nicht eincremen, da sonst die Viren auf der Haut verschleppt bzw. verteilt werden und sich noch mehr ausbreiten können.

Natürlich gelten die Verhaltensweisen bzgl. Dellwarzen nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Unter Erwachsenen werden Dellwarzen vor allem auch durch Geschlechtsverkehr übertragen und tauchen somit eher im Intimbereich und am Bauch auf.

 

Zur Anbieter-Website:

www.vorname.com/ratgeber/gesundheit/dellwarzen-bei-kindern-5266/

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September 20th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Darf man sich in die Trennung der anderen einmischen?
BRIGITTE: Warum bleiben zwei Menschen zusammen, die sich eigentlich besser trennen sollten?

Gisela Hötker-Ponath: Es gibt viele Gründe, die wir von außen nicht sehen: Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug, auch wenn es so wirkt. Der Gewinn zu bleiben ist immer noch größer als der zu gehen. Oder man will es besser machen als die eigenen Eltern, die sich vielleicht getrennt hatten. Umgekehrt: Man bleibt trotz großer Probleme, weil einem das als Kind so vorgelebt wurde. Unbewusste Wiederholungsmuster machen es uns also schwer, neue Wege zu gehen. Außerdem sind da noch die Ängste. Wie werden die Kinder die Trennung verkraften? Halte ich es aus, allein zu leben? Und, was ich immer wieder besonders bei Frauen über 35 erlebe: Sie haben Angst, niemanden mehr zu finden, mit dem sie glücklich sein werden. Wir leben ja fast alle nach wie vor das romantische Modell, das erschwert die Vorstellung, dass es so etwas Einzigartiges noch einmal geben kann. Zu erkennen, dass Trennung auch Befreiung sein kann, das dauert eine ganze Weile.

Es gibt Paare, die sind eigentlich getrennt, leben aber weiterhin zusammen, um den Schein zu wahren oder – das betrifft besonders Frauen – den materiellen Wohlstand nicht zu verlieren. Kann das funktionieren?

Das ist auf die Dauer kein gesundes Leben. Die Möglichkeit, dass man dabei depressiv wird oder psychosomatische Erkrankungen erleidet, ist relativ hoch. Weil es keine selbstgewählte Lebensform ist – auch wenn man sich das vielleicht einredet – sondern nur eine erduldete. Da treten dann beispielsweise Kopfschmerzen und Essstörungen auf, meistens als ein „Zu-viel-Essen“. Und eine depressive Entwicklung führt dazu, dass sich jemand noch schlechter trennen kann, es fehlt ihm an Initiative, Mut und Selbstvertrauen, zu gehen.

Gisela Hötker-Ponath

… ist Paar- und Familientherapeutin und Lebensberaterin in Eichenau in Bayern. Sie ist Autorin des Buchs „Trennung ohne Rosenkrieg“ (176 S., 17,95 Euro, Klett-Cotta)

Darf ich mich als Außenstehende in die Beziehung von Freunden einmischen?

Ja, aber es ist eine Frage des Wie. Wenn ich die Position einnehme „Du musst dich trennen“, entsteht im anderen automatisch ein „Ja, aber“. Ich dränge den anderen unwillkürlich dazu, die andere Seite, die des Bleibens, zu übernehmen. Dazu kommt, dass es von außen nicht nur schwierig, sondern auch vermessen ist zu erkennen, ob jetzt gerade wirklich der richtige Zeitpunkt der Trennung ist.

Wie formuliere ich meine Meinung dann also am besten?

Erstens: keine Ratschläge erteilen, wenn sie nicht erfragt werden. Man kann ja erst einmal die Frage stellen: Möchtest du reden, hast du Lust? Das machen wir zu selten. Wir gehen zu oft direkt in dieses Thema, weil es uns selbst bewegt. Wir haben auch ganz klar ein egoistisches Bedürfnis, darüber zu reden. Denn jeder, der in einer Beziehung lebt, hat doch selbst schon mal Trennungsambivalenzen gehabt, will es aber eigentlich nicht wahrhaben und arbeitet an den Themen des anderen dann seine eigene Angst und Problematik mit ab.

Und zweitens?

Zweitens sollte man die Trennung nicht als ultimative Lösung ansprechen, sondern eher „Angenommen, es wäre so“-Fragen stellen. Damit lässt man dem anderen Spielraum, zeigt, dass man weitere Möglichkeiten mitdenkt, und man hilft ihm gleichzeitig, ein Bild von der Zukunft zu entwickeln. Also Fragen wie: Angenommen, du würdest dich trennen, wie würde dein Leben weitergehen? Kennst du Frauen, die sich getrennt haben? Was siehst du positiv bei denen? Wovor hättest du Angst? Oder: Angenommen, du würdest bleiben, wie sähe dein Leben in fünf Jahren aus? Ich kann mich auch vorbereiten, indem ich überlege: Wie würde es mir in so einer Situation gehen? Wie könnte meine Freundin mich ermutigen, darüber zu sprechen?

Ist die engste Freundin die beste Gesprächspartnerin für so eine Situation?

Nicht immer. Sie kann zu nah dran sein und sich mit der Freundin identifizieren. Sie möchte nicht, dass es ihr schlecht geht, und geht damit zu sehr auf eine Seite. Das ist für die Freundin nicht wirklich hilfreich, um zu einer eigenen Entscheidung zu kommen. Natürlich sollte sie mit ihrer Freundin sprechen, aber auch mit der Idee, der Freundin vorzuschlagen, sich woanders Hilfe zu holen, z. B. bei einer Beratungsstelle oder Therapeutin. Denn wenn in einer Freundschaft über einen längeren Zeitraum nur noch über Trennung und Zweifel gesprochen wird, belastet das die Freundschaft.

Ist Schweigen die bessere Lösung, um die Freundschaft nicht zu gefährden?

Schweigen sagt eher etwas über uns selbst aus. Vielleicht schweigen wir, weil wir fürchten, in so einem Gespräch könnte bei uns selber etwas hochgehen an Unzufriedenheit in der eigenen Beziehung. Wir haben Angst, dass wir bei uns und unserer Partnerschaft plötzlich auch klarer hinsehen müssen.

Ich habe der Freundin gesagt, sie sollte sich besser von diesem Mann trennen, aber die beiden bleiben schließlich doch zusammen. Was bedeutet das für unsere Freundschaft?

Damit sollte man offen umgehen, indem man sagt: Ich dachte wirklich, es wäre vorbei mit euch, jetzt habt ihr euch anders entschieden, ich habe mich also getäuscht. Vielleicht habt ihr euch auch getäuscht – sehen wir, wie’s weitergeht.

Damit deute ich doch aber an, dass ich an einen Erfolg nicht glaube.

Damit bleiben Sie authentisch. Und Ihre Zweifel sind berechtigt. Es gibt viele Menschen, die brauchen einige Runden, um sich zu trennen. Man könnte sagen, das sind Menschen, die nehmen es wirklich ernst miteinander und dem Versuch, die Beziehung zu retten. Oder es sind Abhängigkeitsspiralen, das bedeutet, sie haben große Probleme, sich zu lösen. Viele Frauen geben sich oft auch selbst die Schuld am Scheitern. Deswegen gibt es auch die vielen Versuche, es doch noch einmal hinzubekommen.

Reagieren Männer eigentlich anders auf schwierige Paare?

Das sieht man in dem einen Fall, in dem die Frau von ihrem Mann während des Abendessens massiv abgewertet wird. Ein Mann hätte da gesagt: „Hey, wie redest du mit deiner Frau?“ Er macht sich nicht wie die Freundin Gedanken über den Beziehungskonflikt, sondern über das direkt sichtbare Symptom, die abfälligen Sätze. Meine Erfahrung ist: Männer beschäftigen sich auf längere Sicht weniger mit dem Großen und Ganzen einer Beziehung. Männer reagieren eher punktuell.

 

Link zum Artikel:

www.brigitte.de/

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September 13th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Essen und Stil: Veganer sind auch Menschen – mit Superfood-Atem

Eins muss mal gesagt werden: Nicht alle Veganer sind militante Arschlöcher.

Wir sind auch nur Menschen. Klar ist es einfach, sich über Veganer lustig zu machen, mit ihren Ansichten zu Daunenmänteln und dem penetranten Spirulina-Superfood-Atem. Allerdings können Omnis (vom englischen Omnivore, Allesfresser) auch ziemlich nervig sein. Etwa mit ihren Kommentaren über die armen Mäuse, die in den Sojabohnenfeldern während der Ernte verenden. Oder mit ihren Witzen. Kennen Sie den? Wie viele Veganer braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln? Zwei: Einen, um sie auszutauschen und einen, um nach versteckten tierischen Inhaltsstoffen zu suchen… .

Natürlich gibt es Veganer wie Bob, der auf diversen Internetforen kundtut, dass die armen Kinder in Afrika sich lieber vegan ernähren sollten, anstatt die Milchpulverpaste, welche Unicef ihnen schickt, zu essen. Mit so jemandem will man nicht in einem Atemzug genannt werden. Und wenn ich ehrlich bin, fällt es mir ohnehin schwer, mir das Label „vegan“ aufzukleben. Denn dafür müsste ich tatsächlich zu 100 Prozent auf alle Produkte verzichten, die in irgendeiner Form tierischen Ursprungs sind oder in deren Entstehungskette irgendwann ein Tier zu Schaden gekommen ist.

Ich habe zwar kein Ledersofa, aber auch keine Ahnung, ob meine Möbel vegan sind oder durch Knochenleim zusammengehalten werden. Und in meiner 1972er Corvette Stingray befinden sich immer noch die original Ledersitze. Ich esse nach wie vor Bienenkotze, besser bekannt als Honig und benutze dieselbe Pfanne, in der mein Mann sein wöchentliches Hähnchen brät, um meinen Seitan zu sautieren.

Und Teddy, der Terrier, den wir über eine Tierschutzorganisation adoptiert haben, frisst zwar veganes Hundefutter (Welcome to L.A.!), aber mein Mann besteht darauf, eben erwähntes Hähnchen mit ihm zu teilen. Für mich ist das kein Scheidungsgrund. Deswegen bevorzuge ich, was mich anbelangt, die von mir kreierte Bezeichnung AVAP: As Vegan As Possible. Wie es ist, einen ganzen Tag als Hardcore-Veganer zu verbringen (meine Corvette ausgenommen), und zwar in Los Angeles, der Hochburg moderner Nahrungsneurosen, habe ich im Selbstversuch erprobt.

8:00 Uhr, Café Gratitude, Venice: Bei vielen Menschen lösen vegane Restaurants Assoziationen mit auf Sandalen herumschleichenden Dreadlockträgern aus, die ein wenig streng riechen. Der Look der Gäste im Café Gratitude ist allerdings High Heels (die Damen) und Rolex (die Herren). Zwei Tische von mir entfernt schlürft Anne Hathaway einen „Cool“. So heißt ihr geliebter Minz-Schokoladenchip-Shake. Sämtliche Gerichte im Gratitude tragen lebensbejahende Namen wie „I am Love“, oder „I am Magical“. Die Zutaten sind vegan, bio, fair gehandelt. Erleuchtung und Selbstbewusstsein gibt es gratis als Beilage.

Ich bestelle die Rohkost-Cashew-Crêpes „I am Fantastic“ beim Kellner. „Of course you are“, sagt er und stellt mir die Frage des Tages: „What are you grateful for?“ Ich bin dankbar, nicht am Nebentisch zu sitzen. Da geht es nämlich wenig Zen zu, denn es entbrennt gerade Streit zwischen einem Veganerpärchen und einem befreundeten Omni. Letzterer wird wegen seiner Cowboystiefel (Leder!) von den Veganern zur Schnecke gemacht.

Darauf fragt der erboste Omni die Veganer, wie sie es denn mit sich vereinbaren könnten, ihre Hunde mit Fleisch zu füttern. Die Veganer-Frau giftet zurück, er sei ein blödes Schwein, sie würde zur Not sogar mit eigenen Händen eine Kuh erwürgen, um ihre Babies (die Hunde) zu füttern. Der Omni-Mann steht auf und geht. Ob aus dem Café oder an die Bar, um ein Beruhigungs-Elixier zu bestellen, ist ungewiss. Besser erst einmal Weizengras über die Sache wachsen lassen.

8:45 Uhr, Moon Juice, Venice: Nach dem Frühstück gönne ich mir schräg gegenüber vom Gratitude einen Kürbiskernsaft im Moon Juice. Schräg ist hier auch das Publikum. Vor mir am Tresen steht ein blondbärtiger Turbanträger, der minutenlang glückselig in die Auslage getrockneter Algen lächelt. Ich lasse mich dazu hinreißen, fünf Dollar für ein zwei Bissen großes Stück Sonnenblumenkern-„Käse“ zu zahlen.

Er schmeckt wunderbar, das aber leider nicht lang. Die Besitzerin von Moon Juice hört übrigens völlig ironiebefreit auf den schönen Nachnamen Bacon. An Speck erinnere ich mich aus früheren Tagen gut. Er schmeckte großartig. Mit dem Geschmack von Fleisch hatte ich auch nie ein Problem. Zum Glück gibt es inzwischen für alles eine fleischlose Alternative. So wie im Viva La Vegan, dem größten veganen Supermarkt der Welt.

9:30 Uhr, Viva La Vegan, Santa Monica: „Die schmecken gut!“, ermuntert mich der Verkäufer, als ich eine Packung vegane Kondome (bei der Herstellung regulärer Latex-Kondome wird häufig Casein, ein Milcheiweiß, verwendet), Geschmacksrichtung Goji-Beere, begutachte. Zur Wahl stehen auch Blaubeere und Maulbeere. Cervelat gibt es nicht. Zum Hummerersatz in meinem Einkaufswagen gesellt sich ein Glas veganer Kaviar. Der besteht unter anderem aus Algen. Die glibberigen Kügelchen platzen beim Draufbeißen genauso wie das Original.

Überhaupt ist das Kau-Erlebnis das Wichtigste, klärt mich die Dame am Werbestand von Beyond Meat auf. Die Firma spezialisiert sich auf Hühnerstreifen ohne Huhn. „Der Geschmack war relativ einfach nachzuahmen, an der Textur haben wir länger gearbeitet“, bestätigen mir die Beyond-Meat-Gründer Ethan Brown und Brent Taylor, die von der tüchtigen Angestellten auf meine Fragen hin, sofort angerufen wurden.

Die größte Herausforderung sei nach wie vor, Männer davon zu überzeugen, dass der Huhn-Ersatz kein Essen für Weicheier ist, so Brown, der den Tieren zuliebe seit dreizehn Jahren vegan lebt. Taylor hingegen ist Flexitarier und isst ab und zu noch ein Stück Bio-Fleisch. Er ernährt sich nicht wegen des Tierschicksals (fast) fleischlos, sondern wie viele andere Veganer auch, aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit und der Umwelt zuliebe.

10:30 Uhr, irgendwo im zäh fließenden Verkehr von L.A.: „Aus welchem Grund jemand auf Tierprodukte verzichtet ist mir letztlich egal“, erzählt mir mein Bekannter, der Musiker und passionierte Veganer Moby, am Telefon. „Es ist doch großartig, als Tierschützer so viele unterschiedliche Ansätze zu haben, mit Menschen über Veganismus zu sprechen.“ Ob man nun wegen des Klimawandel oder aus dem Wunsch nach einem gesunden und langen Leben ins Gespräch komme, interessiere ihn nicht, sagt Moby, hauptsache, die Bewegung werde vorangetrieben.

Honig ist die einzige Ausnahme, die er sich gestattet. Warum? „Weil ich Bienen liebe“, sagt Moby: „Auf der ganzen Welt sterben derzeit Kolonien ab, weil große Honiguntermen aus Kostengründen im Winter die Bienen töten. Nachhaltige Imker helfen, Bienen zu schützen.“ Neben Musiker Travis Barker und Schauspieler James Caan ist Moby Investor des veganen Promi-Restaurants Crossroads. Erst letzte Woche, sagt er, hätten Paul McCartney, Johnny Depp und Ronnie Woods gemeinsam dort gegessen. Auch Oprah Winfrey schaue regelmäßig vorbei. „Komm doch heute Abend zum Dinner,“ sagt Moby. Mache ich!

11:00 Uhr, Earthbar, West Hollywood: Sicher ist sicher, denke ich, als ich die Hosen im Behandlungszimmer herunterziehe und mir einen Schuss Vitamin B setzen lasse. Angeblich leiden wir Pflanzenfresser alle an Vitamin-B-Mangel. Vor allem solche Veganer, die selbst auf Hefe (die armen Bakterien!) verzichten. An der Bar beim anschließenden L-Carnitin Drink (für die Fettverbrennung) klagt mir eine Freundin ihr Männer-Leid.

Das letzte Date der Vollblutveganerin ging voll daneben. Zuerst war alles in Kokosbutter. „Aber zum Dessert…“, hier stockt ihr Atem, „hat er Panna Cotta bestellt“. Mit Fleischeslust nach dem Essen war dann natürlich nichts. „Ich konnte ihn einfach nicht küssen.“ Seitdem geht sie keine Risiken mehr ein. Männer lernt sie jetzt auf www.veggieconnection.com kennen.

Ihr Nutzername dort ist „Wild Carrot“. Gerade hat sie Post bekommen. CRAZYJUICE schreibt ihr, dass er eine Frau sucht, für gemeinsame Saftkuren und Obstspiele. Schnell löschen. Vielversprechender klingt da READYTOLOVEYOU, der seine Leidenschaft fürs Gesichterlesen entdeckt hat und absolut nicht religiös, dafür aber sehr spirituell ist. Er arbeitet als makrobiotischer Berater und verkauft auf dem Wochenmarkt hausgemachte Falafel. Er möchte eine Frau treffen, die „NICHT (!)“ wütend oder verbittert ist und sein Interesse für Meditation teilt.

13:00 Uhr, MAKE, Santa Monica: Im veganen Gourmet-Tempel MAKE treffe ich den früheren Ironman-Triathleten Brendan Brazier. Sportliche Extremleistungen und erfolgreiches, stressfreies Leben durch pflanzliche Ernährung sind sein Credo. Der Unternehmer ist Gründer der Nahrungsergänzungsmittelmarke Vega und Erfinder der Thrive-Diät, die er in seinen Bestsellern erklärt. Sein Buch „Vegan in Topform“ ist nun auch in Deutschland erhältlich. Nebenher berät er Hollywoodstars wie Hugh Jackman in Ernährungsfragen. Seine Strategie: „Wer sich optimal ernährt hat mehr Energie, schläft weniger und erholsamer, kann sich besser konzentrieren und ist produktiver.“

Während unseres Gesprächs vertilgen wir die sogenannten Pieces de Resistance der veganen Küche: Lasagne, Käseplatte und Schokoladenganache-Torte. Alles Rohkost, alles vegan, alles hervorragend. „Das kannst Du auch selber machen“, sagt MAKE-Besitzer und Koch Matthew Kenney, der aufgrund meiner bis in die Küche dringenden Aaahs und Ooohs vorbeischaut. Er lädt mich in die hauseigene Akademie ein.

14:30 Uhr MAKE Academy: MAKE Academy klingt zwar martialisch, dort herrscht aber Friede, Freude, Tofukuchen. Über vier dutzend Menschen aus ebenso vielen Ländern kommen jeweils für einen Monat nach L.A., um von Kenney zu lernen, wie man auf hohem Niveau vegane Rohkostgerichte zubereitet. Ich melde mich für den Wochenendkurs „Rohkost: Käse, Schokolade und Desserts“ an.

16:30 Uhr, L.A. Vegan Crepe, West Hollywood: Veganer Lifestyle ist schön und gut. Wie aber einem Massenpublikum die Lebensphilosophie näherbringen, ohne dass sich gleich die Nackenhaare kräuseln? Um diese Frage zu beantworten, treffe ich mich mit Gary Smith und seiner Partnerin Kezia Jauron, die gemeinsam die nachhaltige PR-Agentur Evolotus betreiben. Zu den ausschließlich veganen Marken, die sie vertreten, zählen die Speiseeismarke Coconut Bliss, Autoren wie Ruby Roth (gerade in Deutschland mit ihrem Buch „Vegan aus Liebe“ am Start) und Non-Profit-Organisationen wie Animal Defenders International. „Das wichtigste ist, unseren Klienten zu erklären, wie sie ihre Story und ihr Produkt in den Medien verkaufen“, erzählt Smith.

„Tierschutzthemen müssen mainstreamiger verpackt werden“, ergänzt Jauron. Um in den Medien gehört zu werden, dürfe ein Produkt oder ein Anliegen das Publikum nicht beleidigen oder Werbepartner abschrecken. Tierleid, sagt Smith, werde in unserer Kultur unter den Teppich gekehrt. Jeder wisse darum, aber wenn es angesprochen werde, sei es ungefähr so, als ob man auf einer schicken Party in den Pool kotze. Jauron sagt: „Die Menschen wollen ihre selektive Wahrnehmung bestätigt haben.“ Deshalb verpacke man Tierschutzthemen besser als Verbraucherschutz.“

18:00 Uhr, Monocle Tattoo, Fairfax: Ich bin mit James Spooner verabredet, dem einzigen veganen Tätowierer in Los Angeles. „Tattoos sind nicht vegan?“, frage ich etwas perplex. „Es gibt Tinte, die nicht vegan ist. Außerdem verwenden viele Tätowierer Seide. Auch in den Salben und Cremes finden sich häufig Tierprodukte. Deswegen stelle ich meine eigenen Lotionen her.“ Spooner ist seit 21 Jahren vegan. „Damals war ich ein selbstgerechter kleiner Idiot. Wenn du Fleisch gegessen hast, warst du für mich Abschaum. Heute denke ich, es gibt niemanden, der 100 Prozent vegan leben kann.“ Zum Beispiel trügen viele Veganer Schuhe der Marke Converse, die zu Nike gehört, also zu einem Unternehmen, das auch Leder verwendet. „Wer Flieger oder Züge benutzt, fördert ebenfalls Unternehmen, die Tierprodukte servieren“, sagt Spooner.

19:00 Uhr: Kurz vor dem Date mit meinem Mann kaufe ich ihm online ein Geschenk. Bei The Brave Gentleman bestelle ich die Visionary Boots. Die werden aus handgestreichelter italienischer Mikrofaser gefertigt. Mit 304 US-Dollar nicht ganz billig. Dafür sehen sie toll aus, keine Müslilatschen, und sie können mit seinen Designer-Schuhen mithalten.

19:30 Uhr, Crossroads, West Hollywood: „Und, wie war dein Hardcore-Veganer-Tag?“, fragt mich mein Mann, während wir einvernehmlich einen Buffalo Trace Bourbon (ohne Fischblasenextrakt, Gelatine oder Eiweiß gefiltert) trinken. „Gar nicht mal so hart“, sage ich. Klar gibt es Besserwisser unter den Besseressern. Allerdings sind sie in der Minderheit. An ihre Stelle treten immer mehr junge und tolerante Pflanzenfresser. „Sozusagen Laissez-Faire-Veganer“, flachst mein Mann. „Genau.“ Sage ich. Und: „Kennst du den? Wie viele Fleischfresser braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln?“ Er zuckt die Schultern. „Keine! Sie würden lieber im Dunkeln sitzen.“

 

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http://www.welt.de/debatte/article124123932/

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September 7th, 2014 | Kommentare deaktiviert für Beziehung: Nirgendwo wird so viel gelogen wie beim Sex

Jüngst wiederholte man im US-Bundesstaat Michigan ein altbewährtes Experiment. Eine kindhaft wirkende Frau in Shorts fragt Vorübergehende auf der Straße: „Willst du mit mir Sex haben? Jetzt?“ Das Video führt reihenweise verblüffte Männer vor. Sie stehen da wie vom Donner gerührt, drehen sich um die eigene Achse, um festzustellen, ob jemand mithört oder eine Kamera läuft. Ein älterer Herr ruft die Polizei, ein anderer gibt sich empört, dass ihm in Gegenwart seiner Freundin solches angetragen wird.

Aber die Hälfte der Männer sagt Ja und folgt der Schönen zu ihrem angeblichen Lotterlager – die Herren sind sicher: Dieses Angebot kann nur ernst gemeint sein. Diskret werden sie schließlich aufgeklärt, es handele sich bei „Asking Men for Sex“ um ein „social experiment“.

Robert Trivers, 70, renommierter Evolutionsforscher an der Rutgers University in New Jersey, hat mit Studenten dieses Experiment schon vor Jahren absolviert. Er lacht, als er davon erzählt. Mitunter seien es gar 75 Prozent Männer gewesen, die sich auf das Abenteuer eingelassen hätten. Frauen dagegen würden grundsätzlich defensiv reagieren.

Die Evolution ist die Antwort

Man schickte in Michigan auch einen Mann los, der Frauen Spontansex anbot. Einige kreischten und flohen, andere wurden grimmig, eine rabiate Frau schüttete ihm den Inhalt ihres Pappbechers ins Gesicht. Warum sind Frauen so absolut wählerisch, während Männer bei günstiger Gelegenheit nicht lange fackeln und oft dramatisch ihre Ansprüche senken?

„Die Antwort heißt Evolution“, erklärt Trivers. Folgt man nämlich der evolutionsbiologischen Argumentation, liegt der Grund für die Bereitschaft der Männer, mit der Frau ins Schlafzimmer zu gehen, in ihrem genetisch bedingten Trieb, ihre Gene an möglichst viele Sexualpartnerinnen weiterzugeben. Die Frauen hingegen müssen gut auswählen, wen sie in ihr Bett lassen, weil sie – theoretisch – stets eine Schwangerschaft riskieren, sich um ein Kind kümmern müssen und somit viel mehr investieren müssten. Ein anderer Mechanismus der Natur spielt nun dem Mann und seinem Trieb in die Hände: das Prinzip der Selbsttäuschung.

Es ist belegt, dass der Durchschnittsmensch sich für 20 Prozent schöner hält, als er es nach herkömmlichen Maßstäben ist. Der Mann darf also glauben, dass diese junge Frau mit ihm schlafen will, weil er ja so begehrenswert ist. Er täuscht sich dabei selbst, um die Gelegenheit ergreifen zu können, sich fortzupflanzen. „Aufgrund ihrer falschen Projektionen fangen die Männer mehr Frauen ein, darunter solche, die tatsächlich mit ihnen kopulieren werden. Wer sich als schöner oder größer empfindet, gewinnt durch diese Selbsttäuschung Selbstvertrauen“, sagt Trivers.

Bei Frauen hingegen funktioniert dieser Mechanismus anders, da ihre genetische Programmierung nicht darauf angelegt ist, mit möglichst vielen Männern zu schlafen. Vielmehr läuft es hier nach dem Motto: Ich bin zu gut, um mich an jeden Dahergelaufenen zu verschenken.

Täuschung und Selbsttäuschung

Daraus ergibt sich das altbekannte, statistische Ungleichgewicht, dass Machos unter ihresgleichen mit maßlosen Sexeroberungen prahlen, während Frauen eher unter den Teppich kehren, wenn sie viele Liebhaber hatten. Sie wollen ihren Ruf als ehrbare Dame wahren. Deutsche beiderlei Geschlechts haben in ihrem Leben im Schnitt sieben Sexualpartner. Männer wollen aber mit viel mehr Frauen Genitalkontakt gehabt haben als Frauen mit Männern. Lügen gehört des Renommees wegen dazu. Die Evolutionsbiologie lehrt: Es sichert das Überleben unserer Gene.

„Nirgendwo wird so viel gelogen wie beim Sex“, sagt Robert Trivers. Er forscht seit Jahrzehnten zu Täuschung und Selbsttäuschung. Sein Vorgehen und seine Ergebnisse hat er im Buch „Betrug und Selbstbetrug“ (Ullstein, 23 Euro) beschrieben. Seine These: „Selbsttäuschung entwickelt sich in der Evolution im Dienste der Täuschung – damit wir andere hinters Licht führen können.“ Und er betont: „Je höher der IQ-Wert eines Menschen, desto geschickter kann er lügen. Je größer sein Gehirn, desto größer sein Betrug.“

Wir betrügen uns selbst, um die Umwelt betrügen zu können. Bei der Selbsttäuschung wird das Verhalten unbewusst in den Täuschungsmodus überführt. .“Diese Täuschung tilgt zwar nicht Dinge, die uns bewusst sind, verzerrt sie aber in den Tiefen unseres Unbewussten, sodass sie uns nicht mehr bedrängen.“

Der Trieb ist die Schubkraft

Trivers spricht zum Beispiel von Gehirnarealen, die an der möglichen Enttäuschung beim Blick in den Spiegel mitwirken und die einfach ausgeschaltet werden. „Dadurch steigt die Qualität der Täuschung“, sagt er. Was nicht sein darf, ist dann eben auch nicht. Und warum der Aufwand? Weil es aus Sicht der Evolution immer nur um die Fortpflanzung geht, „das zentrale Ziel unseres Lebens.

Wenn zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts sexuell zusammenkommen, ist ihre Gemeinschaft noch lange nicht gesichert. Der Trieb ist die Schubkraft. Trivers wird gern persönlich: Als junger Mann habe er einfach nur Sex gewollt. Das ging nicht im prüden Amerika, es musste liebesummantelt sein. „Also bildete ich mir ein, in eine Frau verliebt zu sein.“

Daraufhin durfte er mit der einen oder anderen das Bett teilen. Danach, erinnert er sich, „war die Verliebtheit wie weggeblasen“. Sein Fazit als Wissenschaftler: „Ich habe mich selbst getäuscht und die Frauen getäuscht. Das Gefühl der Verliebtheit entstand, um Sex zu ergattern. Aber dessen war ich mir erst im Nachhinein bewusst.“

Die Performance zwischen Mann und Frau

Auch in unserer Zeit, so der Experte, liefe das noch so. Es gehört zum Rollenspiel, zur Performance zwischen Frau und Mann. Deshalb spricht man davon, jemanden „rumzukriegen“. Die Selbsttäuschung würde zudem der Seele aufhelfen und das Immunsystem stark machen. „Selbsttäuschung hat günstige Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Geistesleben“, sagt Trivers. „Unser Geist verfälscht Informationen von vorn bis hinten, wenn es nützlich ist: von anfänglicher Vermeidung über falsche Codierung, Erinnerung und Logik bis zu Falschaussagen gegenüber anderen.“

Wir würden schmerzliche Erinnerungen unterdrücken, rationale Erklärungen für unmoralisches Verhalten finden und unser Ego mit einem ganzen Arsenal an Mechanismen verteidigen. „Wir nehmen uns anders wahr, als wir sind. Und andere sollen uns anders wahrnehmen“, sagt Trivers.

Sigmund Freud wusste das schon. „Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“, schrieb er. Der Mensch war ihm ein Bündel höchst unterschiedlicher Komponenten. Sein Denken, Fühlen und Handeln erscheint nicht eindeutig, es ist vieldeutig reguliert und oft nicht gut abgestimmt.

Wir sind das Wesen mit dauergemischten Gefühlen, oft uneins mit uns. Die beharrliche Neigung, sich positiv zu beleuchten, ein stark selektives Gedächtnis, das ständig die eigene Biografie zu unseren Gunsten umsortiert – viele Indizien sprechen dafür, dass die Bildersammlung von uns alles andere als ein neutrales Archiv ist.

Der Mensch ist nicht Sklave seiner Gene

Am meisten betrogen wird laut Trivers „in familiären und sexuellen Interaktionen“. Weil wir die Sprache besitzen, der große evolutionäre Vorzug des Menschen. Schimpansen, genetisch unsere nächsten Verwandten, täuschen mit Mimik und Gestik. Aber wer über Sprache verfügt, besitzt mehr Täuschungsmöglichkeiten.

Selbst unsere Gene sind für Evolutionsbiologen nur Egoisten. Sie bedienen sich „molekularer Täuschungsmethoden, um sich auf Kosten anderer Gene effizienter fortzupflanzen“, erklärt Trivers. Lug und Trug im eigenen Körper, im eigenen Geist bis in die Tiefe der Zellen und Gedanken. Alles im Dienste der Evolution.

Der Mensch muss aber nicht ein Sklave seiner Gene bleiben. Er kann unterscheiden zwischen Gut und Böse und hat einen freien Willen. Er ist das einzige Lebewesen, das sich ethisch mit seinem Handeln auseinandersetzt. Er kann aus Fehlern lernen, sein Verhalten ändern. Leicht ist das aber nicht, geht es doch gegen die Biologie. Zu täuschen, erst sich selbst, dann andere, ist einfacher. Die Evolution bevorzugt eben das Simple, das Pragmatische.

Robert Trivers hat ein markantes Beispiel: Simulation. Bei Paaren, die länger zusammen sind, glüht die sexuelle Leidenschaft aus, sie werden zu Geschwistern. Das gefällt beiden nicht und sie nehmen sich vor, ihr Sexleben zu vitalisieren. Sie verlassen das Schlafzimmer und gehen an andere Orte, beliebt sind Hotels mit Kingsize-Betten, Terrassen, Strände oder Wiesen.

Liebe ohne Täuschung gibt es nicht

Trivers weiß aber: Auch wenn die Liebe groß ist, muss man beim Sex etwas simulieren. Sex, sagt er knallhart, sei nur anfangs, in der Jugend, authentisch. Nach mehrfacher Wiederholung dominiert Routine. „Oft wird dann beim Sex etwas vorgetäuscht, man hat Fantasien von einem früheren oder imaginären Partner.“ Soll heißen: Es wird getäuscht beim Sex. Die Beteiligten wissen das. Männer spüren, dass Frauen sich in Wunschträume fantasieren, wenn diese introvertiert scheinen. Frauen erfassten noch intuitiver, ob es in der horizontalen Begegnung mit einem Mann nur am Rande um sie geht. Sie könnten Gesichtsausdrücke auch beim Sex viel besser deuten.

Aus zahlreichen Gesprächen weiß Robert Trivers: „Zu fantasieren ist verlockend und zugleich heimtückisch. Doch lebt ein Mensch außerhalb der Partnerschaft seine Triebe aus, kann das die Partner weit voneinander entfernen und tiefe Verletzungen verursachen – bis hin zu offener Feindseligkeit.“

Die Evolution verleitet uns zur Täuschung, und manchmal endet das in einer Katastrophe. Es ist aber eine Frage der persönlichen Reife und des Verständnisses füreinander, wie mit der Simulation umzugehen ist. Denn eine Liebe ohne Täuschung gibt es nicht.

 

 

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